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Der Schauspieler Uwe Kramer vom Landestheater las Texte aus Literatur, Märchen und Bibel zum Thema Geld.

(vlnr) Uli Ebeling, May Jabin, Christian Gayed und Sönke Hermannsen servierten musikalische Leckerbissen zwischen den Lesungen.

Rund 20 Interessierte folgten der Einladung, Texte zum Thema Geld in der Sparkasse zu hören.

10.11.2017

Bibel lesen an Orten, an denen man nicht unbedingt mit biblischen Texten rechnet. Thematisch passend zum gewählten Ort und kombiniert mit anderen Texten und Musik zum Thema. „Geld – Gott – Geschichten“ wollten sich am Donnerstagabend rund 20 Interessierte anhören und kamen in die Sparkasse Mittelholstein. Der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde hatte zu diesem kleinen Experiment geladen: „Wir wagen etwas Neues in diesem sehr besonderen Rahmen“, eröffnete Propst Matthias Krüger den Abend. Die Idee: „Die Neuauflage der Lutherbibel war unser Ausgangspunkt. Diese kräftigen Texte wollten wir auch an andere Orte bringen. Nun sind wir in der Sparkasse, also soll es heute um Geld gehen“. 

Uwe Kramer vom Landestheater Schleswig-Holstein brachte in mehreren Blöcken Geschichten aus Literatur, Märchen und der Bibel zum Thema Geld zu Gehör. In der Zeit zwischen den Texten servierte ein kleines Ensemble musikalische Leckerbissen; unter anderem von Norah Jones (Turn me on), ABBA (Money, Money, Money) und Pink Floyd (Money). Dafür hatten sich May Jabin (Gesang) aus Hamburg, Uli Ebeling am Keyboard, der Rendsburger Bassist Christian Gayed und der Drummer Sönke Hermannsen aus Lübeck zusammengefunden. Neben bekannten Klassikern zum Thema Geld gaben sie auch eine Instrumental-Interpretation von „Ein feste Burg“ zum Besten: Das sei schließlich ein Luther-Klassiker, so Gayed. 

In der Bibel geht es erstaunlich häufig um das Thema Geld: Je nachdem, wen man fragt, ist die Sprache von 300 bis über 2000 Stellen, an denen Geld, Besitz und Reichtum thematisiert werden. Auch heute ist Geld für jeden Menschen ein vielleicht sogar lebenswichtiges Thema. Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig, heißt es zum Beispiel immer wieder, wenn von Sozialleistungen die Rede ist. Teilen und abgeben sind immer wieder im Fokus bei verschiedenen Neiddebatten, zum Beispiel, wenn es um Flüchtlinge geht. Die Bibel sieht in Geld und Besitz Fluch und Segen zugleich: Sei es in der Geschichte vom goldenen Kalb, das im ersten Buch Mose als Götze angebetet wird, womit das Volk Gott erzürnt. Oder in der Geschichte von Nabots Weinberg: Weil Nabot seinen Weinberg nicht im Guten hergeben will, wird er Opfer einer Rufmordkampagne und schlussendlich gesteinigt, sodass der Weinberg an einen neuen Besitzer geht. Auch hier kommt schnell die gerechte Strafe: Dem neuen Besitzer wird Strafe von Gott angedroht, der er nur entgehen kann, weil er bereut.

Wenn auch nicht alle der ausgewählten Texte aus dem Alten und Neuen Testament auf den ersten Blick einen Zusammenhang mit dem Thema hatten, so war es bei anderen beinahe unmöglich, den aktuellen Bezug zu übersehen. Der Kern von „Die Arbeiter im Weinberg“ aus dem Neuen Testament erinnert unweigerlich an das bedingungslose Grundeinkommen: Alle Arbeiter erhalten am Ende des Tages einen Silbergroschen, unabhängig davon, ob sie morgens oder erst am späten Nachmittag mit der Arbeit begonnen haben. Dieser Lohn war mit allen Arbeitern zu Beginn ihrer Arbeit vereinbart worden. Diejenigen, die bereits früh begannen zu arbeiten waren aber nun der Meinung, sie müssten mehr bekommen als jene, die erst später hinzukamen. Kann unsere Gesellschaft ein bedingungsloses Grundeinkommen verkraften, werden die Neider nicht in der Überzahl bleiben? Fragen, die am Ende nur jeder für sich selbst beantworten kann. In der Lesung war eine Diskussion nicht vorgesehen, wohl aber am Ende, bei Getränken und Laugengebäck im Forum der Sparkasse.

Selbst bei den beiden Geschichten aus dem Reich der Literatur und Märchen gelang es Uwe Kramer vom Landestheater noch, im weitesten Sinn einen Bezug zu Gott und Glauben herzustellen. Sei es bei Khalil Gibran, der in dem Abschnitt „Vom Geben“ erklärt: „Es gibt jene, die geben und keinen Schmerz beim Geben kennen: weder suchen sie Freude dabei, noch geben sie um der Tugend willen; (…). Durch ihre Hände spricht Gott, und aus ihren Augen lächelt Er auf die Erde“. Oder im Märchen „Der eigensüchtige Riese“: Der Riese begegnet in seinem Garten einem kleinen Jungen, der ihm auf einfache Art und Weise seine eigensüchtige Art vor Augen führt und ihn so eines Besseren belehrt. Zum Ende des Märchens begegnen sich der Riese und das Kind wieder und das Kind hat die Male zweier Nägel auf den Handflächen und an den Füßen. Das Kind ist gekommen, den Riesen in seinen Garten zu holen – ins Paradies. Das Publikum lauschte der Geschichte trotz der fortgeschrittenen Stunde aufmerksam und immer wieder hörte man ein leises oder lauteres Lachen. 

Zum Abschluss brachte das Ensemble noch eine kleine Zugabe, die das Publikum ein letztes Mal mitwippen ließ, bevor sich Beteiligte wie Zuhörerinnen und Zuhörer vor dem Saal bei einem Glas Wein oder Wasser und Laugengebäck über das Gehörte und Gesehene austauschen konnten.

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