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„Wir werden als Kirche wieder hinausgehen in die Stadt“: Pastor Michael Jordan am neuen Portal von St. Nicolai

01.02.2019

Eckernförde - Pastor Michael Jordan wird am Sonntag um 15 Uhr in der Eckernförder St. Nicolai-Kirche in sein Amt eingeführt. Jordan, geboren 1965 in Wolfenbüttel, ist gelernter Bäcker und Konditor und hat nach dem Zivildienst Evangelische Theologie in Kiel, Jerusalem und Hamburg studiert. Von 2001 bis 2014 war er Pastor im nordfriesischen Friedrichstadt, danach knapp vier Jahre lang Theologischer Referent von Bischof Gothart Magaard in Schleswig. Im August 2018 als Nachfolger von Pastor Manfred Adam angetreten, bildet Jordan in St. Nicolai gemeinsam mit seinen Kollegen Dirk Homrighausen und Ullrich Schiller das Team der Pastoren.

Frage: Herr Jordan, Sie sind bereits fast ein halbes Jahr hier in der Kirchengemeinde, aber erst kommenden Sonntag treten Sie offiziell ins Amt ein. Das lag auch an der Renovierung von St. Nicolai. Wie erging es Ihnen eben gerade, als Sie die Kirche aufgeschlossen haben?

Michael Jordan: Wunderbar. Es ist ein großes Glück, hier arbeiten zu dürfen. Eine alte und doch jetzt zugleich moderne Kirche. Es hat sich gelohnt, so lange mit meiner Einführung zu warten.

Wie wird es Sonntag werden?

Festlich. Eine Einführung ist für eine Gemeinde ein hohes Kirchenfest, daher wird das Parament vor dem Altar die liturgische Farbe rot tragen und auch meine Stola, die mir der Mukhtar der syrisch-orthodoxen Kirche in Jerusalem damals während meines Studiums in Jerusalem gefertigt hat. Propst Sönke Funck wird mich einführen. Der St. Nicolai-Chor wird singen, der St. Nicolai-Posaunenchor wird spielen, anschließend wird es einen Empfang geben. Ich freue mich darauf – ein Fest in diesem besonderen Rahmen und Raum.

Was mögen Sie an diesem Raum besonders?

Die Akustik, das Licht, die Barrierefreiheit, die reiche Ausstattung mit Kunstwerken der Jahrhunderte, die jetzt in neuem Glanz erstrahlen, das neue gotische Portal – Handwerker, Restauratorinnen und Techniker unter der fachkundigen Leitung des Architekten haben hier herausragende Arbeit geleistet. Wir freuen uns mit der ganzen Gemeinde an dieser Kirche. Sie bietet Raum für ganz neue spirituelle Erfahrungen.

Stühle oder Bänke?

Wir sind gespannt auf die Meinungen der Gemeindeglieder und Kirchenbesucher. Jetzt ist die Zeit, Erfahrungen zu machen, den Raum auf sich wirken zu lassen. Wir werden eine Zeit der Erprobung haben mit besonderen Angeboten. Wie das genau aussehen wird, werden wir noch veröffentlichen.

Mit einem halben Jahr Erfahrung in St. Nicolai: Wie erleben Sie die Gemeinde?

Lebendig. Kreativ. Im Aufbruch.

Geben Sie Beispiele?

Das gesamte Team hier lebt den Veränderungsprozess mit – das erfordert Mut, aber den gibt es hier. Vielleicht machen wir auch Dinge falsch, aber nur wer nichts tut, macht auch keine Fehler. Es macht Spaß, in und mit einem solch kompetenten Team zu arbeiten, das vor Ideen sprüht. Zum Beispiel die Gottesdienste an anderen Orten: Nehmen Sie die Holzbrückenaktion am Reformationstag – so eine Gemeinschaft gab es wohl lange nicht, sagen die Eckernförder. Oder die Gottesdienste in Goosefeld. im TÖZ, in der Galerie 66, am Strand und an vielen anderen Orten. Oder Heiligabend auf dem Rathausmarkt. Natürlich laden wir jetzt wieder ein in diese wunderbare Kirche, aber wir werden auch in diesem Jahr wieder hinausgehen in die Stadt. Kirche muss sichtbar und für die Gesellschaft bedeutsam sein.

Wie wollen Sie das erreichen?

Indem wir Themen aufnehmen, die die Menschen bewegen wie bezahlbaren Wohnraum, Barrierefreiheit oder wie jetzt am Sonntag die „Stolpersteine“. Wir werden 2019 als Kirchengemeinderat Zeit und Gedanken darauf verwenden, wie wir St. Nicolai als geistlichen Ort füllen. Wir öffnen unsere Kirche neben den Gottesdiensten und Konzerten auch für andere Formate, aber in alledem bleiben wir Kirche und werden nicht zum Eventveranstalter. Das darf durchaus auch mit Humor geschehen und mit Leichtigkeit. Während meines Vikariates bekam ich einen wichtigen Satz mit auf den Weg: „Betrachten Sie das Leben auch mal als Spiel.“ Mit dieser heiteren Gelassenheit können wir agieren – auch als Kirche.

Zu Ihnen persönlich: Sie besitzen Gesellenbriefe als Bäcker und Konditor. Aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein…

…sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.‘ Das ist aus Matthäus 4, mein Konfirmationsspruch. Ein schönes Wort. Unser Pastor hat die Sprüche damals für uns ausgesucht, und als er diesen bei mir nannte, haben natürlich alle gelacht – beim Sohn eines Bäckermeisters. Aber dann habe ich einige Jahre später bei einer Losaktion unserer Kirchengemeinde erneut diesen Spruch gezogen – das war für mich etwas Besonderes. Das ist für mich ein Lebensmotto geworden. Denn wir Menschen brauchen Nahrung nicht nur für den Leib, sondern auch für die Seele.

Bitte ergänzen Sie: Mit 18…

...habe ich Fußball gespielt und wurde in den Kirchenvorstand gewählt.

Bis 1993 hießen Sie Michael Schrader, dann haben Sie Britta Jordan geheiratet und den Namen Ihrer Frau angenommen. Seitdem heißen Sie Michael Jordan – wie der weltberühmte US-Sportler. Irgendein Interesse an Basketball?

In englischsprachigen Ländern ist das immer lustig, wenn ich mich am Telefon mit Namen melde. Aber mein Sport war immer Fußball. Das Public Viewing des WM-Finales 2014 im Gemeindehaus in  Friedrichstadt werde ich mein Lebtag nicht vergessen. Viele Jahre habe ich in der Altliga auch selbst gespielt, als Jugendlicher war ich Torwart. Mit weniger Sprungkraft natürlich als der Basketballer.

Deswegen wurde er „Air“ Jordan gerufen.

Genau. Aber „wer die Erde nicht berührt, kann den Himmel nicht erreichen“. So heißt die Autobiografie der Theologin Elisabeth Moltmann-Wendel, und das ist einer meiner theologischen Leitsätze: im Glauben verwurzelt, geerdet, neugierig, den Menschen zugewandt.

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