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Kirchenkreisprozess 2025

Propst Matthias Krüger

Auf der Synode am 9. Mai 2012 hat der Kirchenkreisrat den "Entwicklungsprozess 2025: Kirche in Rendsburg-Eckernförde. Wir entwickeln uns" mit Unterstützung der Synodalen gestartet. Worum es bei dem Prozess geht, erklärt Propst Matthias Krüger, Vorsitzender des Kirchenkreisrates.

 

Inga Hehnen: Propst Krüger, warum hat der Kirchenkreisrat den Prozess „Kirchenkreis 2025“ ins Leben gerufen?

Propst Matthias Krüger: Der Kirchenkreisrat ist sich seiner Verantwortung für den Kirchenkreis bewusst. Wir stehen vor großen Herausforderungen. Da ist zunächst die demographische Entwicklung. Wir taufen weniger Menschen als wir beerdigen. Jedes Jahr sinkt die Zahl der Kirchenmitglieder um z.Z. ca. ein Prozent. Desweiteren wird es immer weniger Pastorinnen und Pastoren geben. Auch hier ist es so: Es gehen mehr Pastorinnen und Pastoren in Pension als wir neu ins Amt einführen. Die Studierendenzahlen sind in den letzten Jahren über die Maßen zurückgegangen. Schon jetzt gestaltet sich die Besetzung von vakanten Pfarrstellen mitunter als sehr schwierig. Und schließlich gehen wir auch von einer Minderung der Kirchensteuerzuweisung aus. Prognosen gehen von einem Rückgang um 50 Prozent bis 2030. Das lässt sich aber natürlich nur schwer abschätzen. Wer weiß schon, wie sich die Finanzen und die Steuerpolitik in Deutschland resp. im europäischen Raum entwickeln werden. Und es gilt auch nicht, Angst zu machen, sondern beizeiten vorzusorgen und die sprichwörtlichen Weichen zu stellen.

 

Wie sieht das Ziel des Prozesses aus?

Das Ziel bei einem offenen Prozess vorwegzunehmen wäre schon gewagt. Unsere Arbeit dient auch dazu, die Finanzsatzung des Kirchenkreises den zukünftigen Bedingungen anzupassen. In der Verteilung der Kirchensteuermittel drücken sich Prioritäten genauso aus wie die Solidarität zwischen groß und klein. Auch der Finanzausschuss ist also beizeiten in den Prozess einzubinden.



Wie wird der Prozess gestaltet?

Zunächst einmal hat die Kirchenkreissynode die Initiierung des Prozesses sehr begrüßt. Das ist wichtig, denn Zukunft können wir nur gemeinsam gestalten. Der „Ausschuss KK 2025“ hat im Sommer seine Arbeit aufgenommen und zunächst Arbeitsgruppen zu vier Schwerpunkten eingerichtet: AG „Gemeinde“, AG „Kirchenkreisprofil/gesellschaftliche Verantwortung“, AG „Gebäude“, AG „Ressourcen“.



Welche Werte leiten Sie in diesem Prozess?

Aufgabe der Kirche ist es, das Evangelium Jesu Christi zu verkündigen. Dies geschieht in vielfältiger Form. Im Ausschuss KK 2025 leiten uns die vier grundlegenden Ausprägungen kirchlichen Handelns: Gottesdienst feiern, Zeugnis ablegen, Gemeinschaft leben, Dienst am Nächsten leisten (die sogenannten „notae ekklesiae“). Wir stehen bei allem vor der Frage: Wir ein klares evangelisches Profil erkennbar bei dem, was wir tun? Oder, um es mit unserem Reformator Martin Luther zu sagen: Wird Christum getrieben? Und wenn nicht oder nur bedingt, müssen wir das dann machen, oder können andere das vielleicht genauso gut!



Welche Bereiche unserer Kirche werden unter die Lupe genommen?

Es ist die Aufgabe des Kirchenkreises, die Kräfte und Lasten auszugleichen. Wir sprechen hier also vom Zusammenspiel zwischen den Ortsgemeinden, dem Kirchenkreis als eigenständiger Einheit mit eigenen Aufgaben und der Diakonie und den Diensten und Werken in unserem Kirchenkreis. Es gilt die jeweiligen Stärken neu zu entdecken und vielleicht auch zu bündeln. Es kann nicht darum gehen, Dinge zu machen, bloß weil wir sie immer schon tun. Hier gilt, wie ich oben schon angemerkt habe: Ist ein klares evangelisches Profil zu spüren?

 

Welche Beteiligungsmöglichkeiten gibt es für die Menschen im Kirchenkreis?

Wir berichten auf den Synoden über Fortschritte und Arbeitsergebnisse. Die Konvente werden in die Arbeit eingebunden, und im Frühsommer gibt es erste Diskussionsveranstaltungen. Diese richten sich an die Kirchenvorsteherinnen, Pastorinnen, Mitarbeitende und interessierte Gemeindeglieder. Wir möchten miteinander ins Gespräch kommen, um zielorientiert weiterarbeiten zu können.

 

Wann gibt es erste Ergebnisse?

Die Aufgabenstellung, die sich der Ausschuss KK 2025 vorgenommen ist komplex. Teilergebnisse, die dann auch wieder in der Synode diskutiert werden, dürften zum Herbst 2013 vorliegen.

 

Wie sieht ihr Bild von Kirche im Jahre 2025 aus?

Ich gehe davon aus, dass wir Volkskirche sein und bleiben werden. Wir sind nah bei den Menschen vor Ort und bringen uns in den gesellschaftlichen Diskurs ein. Wir sind eine protestantische Kirche mit klarem evangelischem Profil. Wir haben etwas zu sagen, weil wir glauben, dass Gott uns etwas zu sagen hat, nämlich: Du, Mensch, mit deinen Stärken und Fehlern, mit deinem  Kleinglauben und deinen breiten Schultern, du bist mir recht. Du musst nicht dein Leben alleine tragen. Du brauchst dich nicht dem Zeitgeist zu verkaufen. Ich bin an deiner Seite. Solches glauben zu können, mag bei allen Aktivitäten, die wir so an den Tag legen, auch zu protestantischer Gelassenheit führen. Wie sagte es Martin Luther: Während ich hier mein Wittenbergsches Bier trinke, läuft das Evangelium um die Welt.

 

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