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Sieben setzen ein Lichter-Zeichen in Eckernförde: Gunda Wohlenberg (KGR Borby), Ulrich Vogel (Dansk Kirke i Egernførde), Ekkehardt Conrad (Pfarrei St. Ansgar/Gemeindeteam Peter und Paul), Rainer Kluß (Borby), Carola L’hoest (Gemeinschaft in der Ev. Kirche), Michael Jordan (St. Nicolai) und Philipp Bömer (Ev. Freikirche Eckernförde). - Foto: KKRE/Søren Harms

Gut 500 Menschen versammelten sich am Reformationsabend 2018 in Eckernförde. - Foto: KKRE/Helge Buttkereit

25.10.2019

Eckernförde - Die Eckernförder Kirchen setzen erneut ein starkes Zeichen. „Die Brücke leuchtet und klingt“ ist das Motto, mit dem sie für den Abend des Reformationstages (31.10, 18.30 Uhr) die Bürgerinnen und Bürger an die Holzbrücke einladen, um mit Liedern und Laternenlicht friedlich und ruhig zu demonstrieren – für mehr Zusammenhalt, gegen Anfeindungen von Einsatzkräften. Vergangenes Jahr, als der Reformationstag zum ersten Mal gesetzlicher Feiertag war, hatten sich gut 500 Menschen versammelt, um auf der Brücke und auf beiden Uferseiten gemeinsam zu singen. Werden es diesmal noch mehr?

Zu Wort werden sich unter anderem Bürgermeister Jörg Sibbel sowie Vertreter aus dem Polizeidienst und der Notfall-Einsatzkräfte melden. Denn der Schwerpunkt diesmal sind die Anfeindungen, denen sich engagierte Helfer vielfach ausgesetzt sehen. „Wenn Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitäter im Dienst beschimpft, behindert oder gar angegriffen werden“, sagt Michael Jordan, Pastor an St. Nicolai, „wenn ehrenamtlich engagierte Mitbürger für ihre Entscheidungen persönlich angefeindet werden, wenn Mitarbeiterinnen der Verwaltung bedroht werden und politisch Aktive in unflätiger Weise beschimpft und beleidigt werden – dann wird es Zeit zusammenzustehen und Flagge zu zeigen: Wir sind dankbar für jede und jeden, die Verantwortung übernehmen. Wir stehen an ihrer Seite und treten entschlossen allen gegenüber, die respektlos über sie reden, schreiben, tweeten, kommentieren, die sie im Dienst behindern oder gar angreifen.“

Immer wieder Schlagzeilen, die fassungslos machen

Man müsse nur die Schlagzeilen dieser Tage verfolgen, so die Veranstalter. Erst Anfang der Woche hatte ein 77-jähriger Autofahrer im Kreis Pinneberg offenbar voller Ungeduld einen Feuerwehrmann angefahren, der einen Unfallort abgesperrt hatte. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, ist aber beileibe kein Einzelfall. Umso wichtiger, dagegen anzugehen und füreinander einzustehen. Daher beteiligen sich neben den evangelisch-lutherischen Gemeinden Borby und St. Nicolai auch die katholische Pfarrei St. Ansgar / Gemeinde Peter und Paul, die Dansk Kirke i Egernførde, die Gemeinschaft in der Ev. Kirche und die Ev. Freikirche Eckernförde. Musikalisch wird die Feier unterstützt von der Jugendband plan-los der Kirchengemeinde Borby und den Posaunenchören Borby und St. Nicolai. Die Restaurants Luzifer und die Siegfried-Werft stellen ihre Terrassen zur Verfügung.

Offene und kontroverse Diskussionen benötigten jeder Ort und jede Stadt, so Jordan. „Aber was wir satt haben, was niemand braucht, das sind unflätige Beschimpfungen, sind persönliche Anfeindungen, sind verbale und physische Attacken denen gegenüber, die abends in Sitzungen hocken, die in der Rettungswache auf ihren nächsten Einsatz warten, die sich in der Verwaltung und auf der Straße ehrenamtlich oder beruflich für unsere Gesellschaft einsetzen."

Offene Gesellschaften brauchen dieses Engagement

„Unsere Demokratie und unsere offene Gesellschaft brauchen dieses Engagement so sehr“, sagt auch Sönke Funck, Propst des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, der gemeinsam mit Ulrich Vogel von der Dansk Kirke i Egernførde den Segen sprechen wird. „Und wir alle müssen dafür streiten, friedlich streiten, dass engagierte Menschen diese Anfeindungen nicht mehr erleben müssen oder womöglich sogar deshalb mit ihrer Arbeit aufhören. Das ist unsere Pflicht als Mitbürgerin, als Mitbürger – und als Christin oder Christ ohnehin.“

"Zusammenhalt ist ein hohes Gut, es will immer wieder neu errungen werden. Solch eine ‚Reformation‘ brauchen wir aktuell für unsere Gesellschaft“, sagt Jordan und zitiert aus dem biblischen Römerbrief (14,19): „Das, was dem Frieden dient und uns als Gemeinde aufbaut – das ist es, wofür wir uns einsetzen wollen.“

Aktion bei jedem Wetter

Die Einladung an die Holzbrücke geht aber weit über den kirchlichen Rahmen hinaus. Alle haben sich an den gut 500 Menschen erfreut, die vergangenes Jahr mit Licht und Stimme Präsenz gezeigt haben zu beiden Seiten des Hafens. Für einen Abend Ende Oktober herrschte da gutes Wetter. Darauf hoffen die Kirchen auch dieses Mal. „Aber egal“, sagt Michael Jordan, „auch wenn es stürmen sollte, wir stehen hier!“ Hoffentlich stehen den ImpulsgeberInnen wieder viele Menschen zur Seite.


Feier des Reformationstages am Donnerstag, 31. Oktober, um 18.30 Uhr an der Holzbrücke im Eckernförder Hafen – bitte gerne eine Laterne mitbringen!

Bereits am Vorabend (Mittwoch, 30.10 um 18 Uhr) laden die Nordkirche und die Jüdische Gemeinde Kiel in die Citykirche St. Ansgar (Holtenauer Str. 91). Zu der öffentlichen Veranstaltung „Reformation 2019… ist Versöhnung?!“ begrüßen Bischof Gothart Magaard und Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka unter anderem Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien und Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer.


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