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Der Platz vor dem Rundsilo wird dieses Jahr frei bleiben: Ihre Veranstaltung am Reformationstag haben die Eckernförder Kirchen abgesagt. - Fotos: KKRE/Søren Harms

Das geänderte Plakat zur Veranstaltung am 31.10.2020

Zeichen setzen in und mit Eckernförde - noch am Dienstag waren die Eckernförder Kirchen guten Mutes. Von rechts: Gunda Wohlenberg (Borby), Carola L’hoest (Gemeinschaft in der Ev. Kirche), Philipp Bömer (Ev. Freikirche), Michael Jordan (St. Nicolai), Ekkehardt Conrad (St. Ansgar) und Oliver Träger (Siegfried-Werft).

23.10.2020

Die christlichen Kirchen in Eckernförde wollten für den Reformationstag (Samstag, 31.10.) zum dritten Mal dazu einladen, mit Laternen auf den Platz vor dem Rundsilo am Hafen zu kommen und gemeinsam innezuhalten. Und noch am Dienstag hatten sie - die Kirchengemeinden Borby, St. Nicolai, St. Ansgar, die Evangelische Freikirche und die Gemeinschaft in der Evangelischen Kirche - daher vorfreudig die Presse informiert: Man wolle in diesem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr ein Zeichen für den Zusammenhalt in der Stadt und in der Gesellschaft setzen. Seit einem Jahr, seit der Aktion am Reformationstag 2020 also mit 800 Besucher*innen hatten die Veranstalter*innen geplant, skizziert und - nach dem Wiederzulassen größerer Veranstaltungen - ein Hygienekonzept dazu erarbeitet.

Aber dann hat sich im Laufe dieser Woche die Pandemielage noch einmal verschärft.

Täglich 19.200 weitere COVID-19-Infizierte werde es an Weihnachten geben, wenn sich die Lage weiter so rapide entwickle - so hatte es Bundeskanzlerin Merkel am 27.9. vorgerechnet und dafür viel Spott und Kritik geerntet. Das ist nicht mal einen Monat her, und doch erscheint diese Zahl nun gar nicht mehr fern: Zum zweiten Mal in Folge hat das Robert-Koch-Institut mehr als 11.000 neu Infizierte gezählt.

Daher gaben die Eckernförder Kirchen am Freitag gemeinsam bekannt:

Auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde steigt die Zahl der an COVID-19-Infizierten. Noch ist die Lage bei uns nicht so schwerwiegend wie in anderen Kreisen Schleswig-Holsteins, geschweige denn Deutschlands. Doch angesichts der rasanten Entwicklung scheint es uns geboten, jetzt alles dafür zu tun, damit der exponentielle Anstieg unterbrochen oder zumindest abgeschwächt wird. Insofern sind wir als Veranstalter in Abstimmung mit Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer übereingekommen, die Veranstaltung am Reformationstag in der geplanten Form abzusagen.

Wir denken aber über andere Formate nach. In der kommenden Woche werden wir Näheres dazu veröffentlichen. In jedem Fall werden am Reformationstag um 18.30 Uhr die Glocken unserer Kirchen läuten. Auch wird die Holzbrücke wie geplant an diesem Abend illuminiert werden: grün Steuerbord, rot Backbord: "Alle in einem Boot - lasst uns zusammenhalten!", sagt Carola L’hoest, Predigerin der Gemeinschaft in der Ev. Kirche.

Zusammen mit vielen Menschen haben wir uns auf diese Veranstaltung an der Holzbrücke gefreut und hoffen, dass wir uns im nächsten Jahr wieder dort versammeln können. "Wir bedauern die Absage sehr, sehen sie aber als Teil unserer christlichen und gesellschaftlichen Verantwortung", so Sönke Funck, Propst im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde.


Kommende Woche informieren wir an dieser Stelle darüber, wie das digitale Format am 31. Oktober aussehen wird. So lange bleibt hier der Text vom Dienstag, der beschrieben hat, wie die Eckernförder Kirchen sich jenen Reformationsabend vorstellten - schon um ihre bisher geleistete Arbeit zu würdigen.

Das Thema in diesem Jahr nimmt die Corona-Krise auf: "Wir sind so frei… Freiheit leben. Verantwortung übernehmen". Als Gesprächsgäste werden Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer und Oliver Träger, Betreiber der ‚Siegfried-Werft‘ teilnehmen - der eine muss auf die Corona-Lage im Landkreis reagieren, der andere auf die Verordnungen zur Corona-Situation.

Der Reformationstag ist nun im dritten Jahr ein gesetzlicher Feiertag, und zum dritten Mal veranstalten Eckernfördes Kirchen die Andacht. Doch während sich vergangenes Jahr 800 Menschen am Hafen einfanden und die Holzbrücke zum Leuchten und Klingen brachten, ist diesmal höchstens ein Viertel zugelassen: 208 Plätze werden zwischen Holzbrücke und Rundsilo gekennzeichnet, zu denen die Bürger*innen einzeln oder zu zweit geführt werden, nachdem ihre Kontaktdaten notiert sind – da dies Zeit in Anspruch nehmen wird und die Plätze begrenzt sind, bitten die Veranstaltenden darum, rechtzeitig zur Holzbrücke zu kommen und Mund-Nasen-Bedeckung wie auch ihre Laterne mitzubringen. Und die Holzbrücke ist zwar offen, dort darf aber niemand stehenbleiben. Ohne diese coronabedingten Leitplanken hätte die Veranstaltung nicht stattfinden dürfen. „Und auch dies ist Stand heute", sagt Michael Jordan, Pastor in St. Nicolai. "Falls wir auf aktuelle Verordnungen reagieren müssen, werden wir dies auf unserer Website und dem Facebook-Kanal bekanntgeben."

"Das Thema lag in diesem Jahr auf der Hand", so Jordan. "Aus christlicher Sicht gehören die beiden Pole zusammen: die Freiheit des Einzelnen und die Verantwortung für Andere. Angesichts der Corona-Pandemie stehen wir vor der täglichen Herausforderung, in diesem Spannungsfeld die richtigen Entscheidungen vorzunehmen." Genau dieses Spannungsfeld soll das Gespräch mit Landrat Schwemer und Hotelbetreiber Träger ausleuchten: Beide tragen Verantwortung, der eine für die Corona-Lage im Landkreis, der andere für seine Gäste, aber auch für seine Mitarbeitenden und ihre Familien. "Bislang musste ich niemanden entlassen", sagt Träger. Was bedeutete der Lockdown für den politisch Verantwortlichen und für den wirtschaftlich davon Betroffenen? Wie bewerten beide die aktuelle Lage? Was sind ihre Prognosen und Wünsche für die kommenden Wochen und Monate?

Holzbrücke wird beleuchtet

Da anders als in den Vorjahren niemand auf der Holzbrücke stehen bleiben und seine Laterne hochhalten darf, wird die symbolträchtige Brücke in diesem Jahr illuminiert. "Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und unserem Veranstaltungstechniker neben der Beschallung gebeten, die Brücke thematisch passend zu beleuchten", sagt Michael Jordan. "Die Veranstaltungsfirmen hatten ja coronabedingt über Monate hinweg ebenfalls keine Aufträge." Für die entstehenden Kosten bitten die Veranstalter*innen daher am Ausgang um eine Spende.

Die Illumination wird übrigens maritim ausfallen, mehr wird nicht verraten.

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