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"Schon frühzeitig für die Gefahren sensibilisieren": Monika Wegener, Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie des Diakonisches Werks im Kirchenkreis, Thomas Voerste, Leiter des Fachbereichs Jugend und Familie des Kreises, und Wiebke Schmitz, Netzwerk-Koordinatorin Frühe Hilfen des Kreises (v.l.)

10.09.2019

Rendsburg – Die Kurzformel ist eindeutig: wenn schwanger, dann zero! Also bitte null Alkohol, falls du schwanger bist oder werden willst: Diese Botschaft steht im Mittelpunkt der Ausstellung „ZERO!“. Das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde zeigt „ZERO!“ zusammen mit dem Bereich Frühe Hilfen des Kreises vom 21. bis 25. September im Kreishaus (Kaiserstraße 8 in Rendsburg). Ein vier mal sechs Meter großes begehbares Kuppelzelt soll dann das Foyer füllen und Neugierige anlocken.

Eröffnet wird die Ausstellung für alle Interessierten am Sonnabend, 21.9. um 11 Uhr. Prof. Dr. Oliver Behrens, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe der imland Klinik Rendsburg, gibt einen fachlichen Impuls. Er wird über die irreparablen Folgen informieren, die Alkohol für Fötus und Baby haben kann. Denn Alkohol ist ein Zellgift. Trinkt eine Frau in der Schwangerschaft Alkohol, gelangt dieser über das mütterliche Blut durch Plazenta und Nabelschnur unverdünnt zum Kind. Dieses hat innerhalb weniger Minuten genauso viele Promille Alkohol im Blut wie seine Mutter – benötigt aber zehnmal länger, um ihn abzubauen. Die Folge kann das Fetale Alkoholsyndrom sein. Es ist die häufigste nicht genetisch bedingte Ursache für Fehlbildungen von Geburt an, geistige Behinderungen, Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie für extreme Verhaltensauffälligkeiten.

Nur ein kleines Sektchen...

„Eine Umfrage hat ergeben, dass für 44 Prozent der Deutschen maßvoller Alkoholkonsum in Ordnung ist“, sagt Thomas Voerste, Leiter des Jugendamtes Rendsburg. „Und mindestens gelegentlich trinkt heute noch jede fünfte Frau während der Schwangerschaft. Für die Gefahren, die damit verbunden sind, wollen wir schon frühzeitig Jugendliche sensibilisieren.“

„Wir haben deswegen alle Schulen und Jugendgruppen im Kirchenkreis herzlich ins Kreishaus Rendsburg eingeladen“, sagt Monika Wegener vom Diakonischen Werk des Kirchenkreises. Die Begleiter der Ausstellung und die Referenten fürs Begleitprogramm seien zudem „bewusst aus dem Netzwerk Frühe Hilfen des Kreises ausgewählt worden, um auf unsere ortsnahen Hilfsangebote zu verweisen“, ergänzt Wiebke Schmitz, Koordinatorin des Netzwerks.

Die Ausstellung ist am Montag und Dienstag, 23./24.9. jeweils von 8 bis 17 Uhr und am Mittwoch, 25.9. von 8 bis 10 Uhr geöffnet. Eine fachkundige Begleitung ist jeweils vor Ort. Schul- und Jugendgruppen sind herzlich eingeladen, sich die Ausstellung gemeinsam anzuschauen. Dabei sollten zwei Schulstunden eingeplant werden. Viele der Vormittagstermine seien bereits belegt, sagt Wegener. Gruppen sollen sich bitte beim Diakonischen Werk unter 04331/69 63 30 anmelden.

Als Begleitprogramm zur Ausstellung finden zwei Veranstaltungen im Gemeindehaus Hoheluft (Johannes-Brahms-Straße 7, Rendsburg) statt: Am Montag, 23.9. wird um 18 Uhr die 50-minütige Dokumentation „Aus dem Kopf gefallen“ gezeigt. Sie informiert auf berührende Weise über Kinder und Jugendliche mit FASD. Unter „Fetal Alcohol Spectrum Disorder“ werden die vorgeburtlichen Schädigungen zusammengefasst, die durch Alkohol in der Schwangerschaft entstehen. Einen Fachvortrag zum Thema hält am Dienstag, 24.9. um 18 Uhr Dr. Katja Bruhn, Neuropädiaterin an der imland Klinik. Zudem bietet JiMs Bar hier alkoholfreie Getränke, eine Pflegemutter informiert vor Ort.


Stationen im und am Kuppelzelt

Die interaktive Ausstellung „ZERO!“ im Kreishaus besteht aus drei Stationen. Die erste Station ist ein Kuppelzelt, dessen Inneres symbolisch die Gebärmutterhöhle darstellt. Hier werden aus der Perspektive des Babys die 40 Wochen einer Schwangerschaft durch Sehen, Hören und Fühlen erlebbar. Interaktiv kann die Entwicklung des Kindes bis zur Geburt mit Filmen und Ultraschallaufnahmen im 2- und 3D-Format verfolgt werden. Die zweite Station besteht aus der Zeltaußenhülle. Sie illustriert zehn Monate Lebenswelt einer Schwangeren. Die Besucher und Besucherinnen durchlaufen diese Zeit und begegnen dabei zahlreichen Situationen, die zum Alkoholkonsum verleiten können.

In der dritten Station kommen dann Menschen mit FASD zu Wort. Sie sind für ihr gesamtes Leben geschädigt, wobei die größten Probleme oft in der Bewältigung des Alltags liegen. „In Deutschland werden jedes Jahr etwa 12000 Kinder mit FASD geboren, davon 2000 mit voll ausgeprägtem Syndrom“, sagt Voerste. Ein normales Leben in der Gesellschaft ist nur den wenigsten Jugendlichen und Erwachsenen mit FASD möglich.

Die Ausstellung wurde vom FASD-Netzwerk Nordbayern e.V. in Kooperation mit der Jugendkunstschule der Stadt Erlangen entwickelt und wird bundesweit gezeigt. Weitere Infos auf www.wenn-schwanger-dann-zero.de


Ausstellung „ZERO!“ im Kreishaus Rendsburg, Kaiserstraße 8: am Montag und Dienstag, 23./24.9. jeweils von 8 bis 17 Uhr sowie am Mittwoch, 25.9. von 8 bis 10 Uhr


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