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Wilko Schierhorn vor seinem liebsten Instrument: Der Orgel in St. Jürgen.

18.12.2019

Rendsburg – „Was glauben Sie, welches Buch ich am häufigsten in der Hand gehalten habe?“ fragt Wilko Schierhorn lachend Pastorin Claudia Heynen. Er beantwortet die Frage prompt selbst: „Natürlich das Evangelische Gesangbuch!“ Für einen Organisten ist es wohl sowas wie eine Bibel, schließlich beruht die Arbeit darauf. Wilko Schierhorn ist schon lange Organist, genauer: Organist im Nebenamt. Sehr lange sogar, in der Kirchengemeinde St. Jürgen feiern sie am kommenden Sonntag (22.12.2019, 10.30 Uhr) sein 30-jähriges Jubiläum mit anschließendem Empfang.

Aber die Orgel dort ist nicht der Start von Schierhorns Organistenlaufbahn gewesen, er begann bereits Pfingsten 1965 in Borby-Land. Seine Liebe zur Orgel entdeckte der aus einer Familie von Kirchenmusikern stammende Schierhorn aber noch viel früher. Sein Vater und seine Schwester sind Kirchenmusiker bzw. Kirchenmusikerin, eine Laufbahn, die er gerne eingeschlagen hätte, aber: „Meine Finger sind dafür zu kurz, das hat mir mein Vater schon früh gesagt“.

Erste Vertretungen in St. Nicolai Eckernförde mit 17

Als Jugendlicher lernte er, die Orgel zu spielen, erst bei seinem Vater, später dann beim damaligen Organisten an St. Nicolai in Eckernförde. Mit 17 Jahren durfte er dann im Sommer erste Vertretungen in St. Nicolai übernehmen. Auch am Humboldt-Gymnasium in Kiel begleitete er die damals noch üblichen Morgenandachten an der Orgel in der Aula. Später studierte er Geschichte und Schulmusik, 1968 begann er als Realschullehrer an der Christian-Timm-Realschule in Rendsburg. Vier Jahre fuhr er zwischen Borby-Land und Rendsburg hin und her, um beiden Aufgaben – als Lehrer und als Organist im Nebenamt – gerecht zu werden.

1972 wechselte er dann zunächst nach Sehestedt, wo er bis 1979 nicht nur an der Orgel, sondern auch als Leiter des Posaunenchors die Kirchenmusik mitgestaltete. Lebhaft im Gedächtnis geblieben sind dem heute 78-jährigen die autofreien Sonntage 1973: „So viele Menschen auf der Straße, mir wurde mit Fäusten gedroht, weil ich Auto fuhr. Aber ich durfte ja fahren, war ausgenommen von dem Verbot“. Ab 1979 wirkte Schierhorn dann in Büdelsdorf als Organist in der Kirchengemeinde und als Lehrer an der dortigen Schule. „In den 10 Jahren in Büdelsdorf habe ich 1.100 Trauerfeiern gespielt“. Dabei kam ihm vor allem zugute, dass der Unterricht damals bereits um 12.45 Uhr endete: „Um Punkt 13 Uhr saß ich auf der Orgelbank“.

Neuer Input aus YouTube

Der Wechsel nach St. Jürgen 1989 kam vor allem zustande, weil er den dortigen Pastor Klaus Peter Barg noch aus früheren Zeiten kannte. Mit Pastorin Claudia Heynen arbeitet er seit gut elf Jahren eng zusammen. „Er erarbeitet sich immer noch Neues und überrascht mich und die Kirchengemeinde dann damit in den Gottesdiensten, das finde ich großartig!“, sagt Heynen. „Der Dank dafür gilt meinem PC und YouTube“, lacht Schierhorn. „Auf YouTube finden sich Orgelstücke und die zugehörigen Noten, da nehme ich mir schon mal einen Tag Zeit, um mir etwas rauszuschreiben.“. Die Frage, wieviel Lebenszeit er wohl an der Orgel verbracht haben könnte, vermag er nicht zu beantworten. „Das ist mein Hobby, da zählt der Zeitfaktor nicht“.

Seine liebsten Gottesdienste im Kirchenjahr hingegen kann er sehr genau benennen: „Die Adventszeit und die Gottesdienste zum Weihnachtsfest, das sind immer die schönsten“. „Und die spielt er auch immer alle, mit Freude und Begeisterung“, ergänzt Heynen. Sie schätzt seine spürbare Liebe zum Orgelspiel und seinen sensiblen Umgang mit den mitunter schwierigen Themen, die es zu begleiten gilt: „Bei den Trauerfeiern hat er ein gutes Gespür, achtet sehr auf den einzelnen Fall und bemüht sich immer, auch ausgefalleneren Wünschen der Angehörigen entgegenzukommen“. Die beiden sind ein eingespieltes Team. „Es ist nur schlüssig, dass wir sein Jubiläum am vierten Advent feiern. Das ist traditionell ein musikalischer Gottesdienst in unserer Gemeinde, neben dem Gospelchor 2gatheR wird auch der Posaunenchor spielen“, so Heynen. Ob Schierhorn selbst an der Orgel sitzen wird ist noch unklar, weil er einen verletzten Finger hat. Im Notfall springt aber ein Kollege ein, soviel ist sicher.

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