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Propst Matthias Krüger predigte in der vollbesetzten Kirche St. Marien über die Freiheit.

01.11.2017

Rendsburg – „Wir hatten 400 Liedblätter gedruckt – gekommen sind weit mehr Menschen, wie schön. Das freut uns und wir bitten Sie, gemeinsam in die Blätter zu schauen“, so Pastor Rainer Karstens zur Begrüßung im Festgottesdienst anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Reformation. Die vier Kirchengemeinden aus Rendsburg und Büdelsdorf hatten gemeinsam mit der Dänischen Gemeinde zum Festgottesdienst in die älteste Kirche der Region, St. Marien, eingeladen. Im Nachgang schätzt Pastor Karstens, dass um die 500 Menschen der Einladung folgten.

Der gemeinsame Gottesdienst sei auch Ausdruck der Verbundenheit und ein Zeichen dafür, dass man sich den Herausforderungen der Zukunft stellen wolle, so Karstens in seiner Begrüßung weiter. St. Marien habe die Reformation noch selbst erlebt, die Wahl sei deshalb auf diesen Ort gefallen. Ausdrücklich begrüßte Karstens auch die Beteiligung der Dänischen Gemeinde – zur Zeit der Einführung der Reformation war Rendsburg noch dänisch und ein dänischer König war es, der die Einführung der Reformation voranbrachte. 

Die Freiheit des Christenmenschen stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes, der von allen Pastorinnen und Pastoren der beteiligten Kirchengemeinden (St. Marien Rendsburg, St. Jürgen Rendsburg, Christkirchengemeinde, Büdelsdorf und dänische Gemeinde) gestaltet wurde, unterstützt von Ehrenamtlichen aus den verschiedenen Gemeinden. So erinnerten Pastor Stefan Holtmann und Randi Melander vom Kirchengemeinderat St. Marien denn auch an den Reichstag zu Worms im Jahr 1521, bei dem Martin Luther aufgefordert war, vor Kaiser und päpstlichen Gesandten seine Worte zu widerrufen. Luther folgte dieser Aufforderung nicht und lehnte sich damit offen gegen alle Oberen der damaligen Zeit auf. Menschen aus allen beteiligten Kirchengemeinden erinnerten an reformatorische Bestrebungen in der Vergangenheit und heute in den jeweiligen Gemeinden: So erinnerten die Christkirchengemeinde und Büdelsdorf an die Gründungen ihrer Gemeinden, die das Wort zu den Menschen brachten, St. Jürgen an Erneuerungen in der Liturgie und der Kirchenmusik. Aber auch Herausforderungen für die Zukunft hatten die Menschen mit in den Gottesdienst gebracht: Die Forderung nach einer offenen Kirche, in der jeder willkommen und gebraucht sei, die Aufforderung, durch die Suche nach Gemeinsamkeiten laut und öffentlich den Glauben zu bekennen und die Kirche damit lebendig zu halten waren in der Kirche zu hören. Aber auch der Wunsch, die Liebe und Barmherzigkeit anderen gegenüber zu bewahren und zu leben, entschieden für Frieden und Brüderlichkeit einzutreten und dem Bedürfnis nach christlicher Verkündigung durch Haupt- wie Ehrenamtlich nachzukommen, wurde formuliert.

Die Freiheit des Christenmenschen stand denn auch im Zentrum der Predigt von Propst Matthias Krüger. „Der Mensch des 21. Jahrhunderts hat diesen wahnsinnigen Zwang zur Selbstoptimierung, eine spätmoderne Form der Selbstrechtfertigung. Alle streben nach Autonomie, nach Selbstbestimmung, nach Freiheit. Das Gegenteil von Freiheit nennen wir heute Sachzwänge. Auch Luther strebte danach: Besser geht immer, dachte er und verzweifelte daran. Denn all sein Mühen half nichts. Die ständige eigene Bauchnabelschau, das Kreisen um sich selbst, es hilft nichts. Es bleibt der in sich verkrümmte Mensch, der schuldig bleibt. An dieser Stelle setzt Gott an, reicht uns die Hand zur Freiheit. Martin Luther ist das klar geworden: Nicht ich, sondern Gott. Nicht meine Bemühungen, meine Selbstoptimierung, sondern Gottes Gnade. Der Traum vom perfekten Menschen ist ausgeträumt. Gott sei Dank und willkommen in der Wirklichkeit“. Zum Schluss seiner Predigt lud Krüger zum Empfang im Haus der Kirche nach dem Gottesdienst ein, zu Suppe und Schleswiger Reformationsbier, gebraut in Wacken.

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