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Computerspiele zum Leben erweckt

  • Jamie Böhrnsen (li.) und Lor Gonschior bemalen den Slenderman für ihr Spiel.

Rendsburg – Schwarz war schnell vergriffen. Aaron Walter, Valentina Borzych, Lor Gronschior und Luisa Lück tauchten abwechselnd ihre Pinsel in schwarze Farbe, um einen großen Pappkarton anzumalen. „Das wird unser Slenderman“, sagt Aaron. Auf dem schwarzen Karton klebte bereits ein kleinerer schwarzer Karton, der Kopf des Slenderman. Die Kinder kannten ihn bereits, er ist eine Figur des Computerspiels Minecraft. Im Rahmen des Ferienprojektes des Mehrgenerationenhauses Rendsburg konnten elf Kinder der Schule Rotenhof in dieser Woche einen Einblick in die Welt der Computerspiele bekommen, um sie dann ins reale Leben zu holen. Möglich wurde der „Games Workshop“ der Stiftung Digitale Spielekultur dank der finanziellen Förderung durch das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Ziel des Programms ist es, Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit für Kinder und Jugendliche zu ermöglichen. Auch der Verein Evangelische Bildungsarbeit unterstützte das Projekt finanziell. „So konnten die Kinder ganz ohne Kosten an dem Projekt teilnehmen“, freute sich Verena Hein, Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses.


Unter Anleitung der Stuttgarter Medienpädagogen Chris Binder und Tammo Engelhard informierten sich die Kinder zunächst über Computerspiele. Ausgewählt hatten die Kinder die Spiele Minecraft, Fortnite und Murder Mystery aus Roblox. Danach entwickelten die Grundschülerinnen und -schüler Ideen, wie sie die Spiele in die reale Welt holen konnten. „Wir möchten mit unserem Projekt den Kindern einen kreativen Freiraum geben, in dem sie sich entfalten können“, berichtete Tammo Engelhard. „Das, was sonst allein vor dem Bildschirm stattfindet, kann hier gemeinsam in einer Gruppe erlebt werden. Das schult das Sozialverhalten.“ Beide sehen sich als Vermittler zwischen den Welten. „Computerspiele gehören zum Alltag der Kids. Es ist deshalb wichtig, dass sie lernen, mündig damit umzugehen“, sagte Engelhardt.


Die Spielideen der Computerspiele würden sich auch gar nicht so sehr von den analogen unterscheiden, meinte Chris Binder. Die Kinder entwickelten für Minecraft eine Art Ostereiersuche und für Fortnite eine Art Völkerballspiel. Umgesetzt wurde das Ganze dann am Freitag. Da konnten die Kinder dann frei losspielen in den Räumen des Mehrgenerationenhauses und im Garten. Mit Begeisterung tauchten sie ab in ihre selbst gestalteten Fantasiewelten, die sie mit Farbe, Ästen, Kleber und Pappkartons so kreativ gestaltet hatten und waren mittendrin in ihrem eigenen Spiel.

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