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Die Krippe wird direkt im Baumarkt zugeschnitten und zusammen gezimmert.

Nach drei Stunden ist die Krippe fertig. (Foto: Stefan Lehrke, Hagebaumarkt Siemsen Eckernförde)

Arne Peters von der Eckernförder Zeitung ist auch vor Ort.

23.12.2019

Eckernförde – Es ist viel los im Hagebaumarkt Siemsen in Eckernförde. Die Menschen kaufen ein, kaufen Weihnachtsbäume, Baumschmuck und so allerlei für die Heimwerkerei. Am Ende werden sie konfrontiert mit einer Szene. Eine Frau sitzt auf einem Schemel, sie ist hochwanger. Daneben ihr Mann, der in Zimmermannskluft Holz zusägt. Könnten das nicht? Sind das vielleicht? Ja, es sind Maria und Josef, die sich hier im Baumarkt niedergelassen haben, um die Krippe für ihr erstes Kind zu zimmern. Hinter ihnen Ochs und Esel, es gibt Fladenbrot und Orangen.

Maria und Josef im Baumarkt ist die erste Aktion des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde im Rahmen der Pop Up Church – Kirche bei Gelegenheit. Sie wurde organisiert vom Zentrum für Kirchliche Dienste. Tourismuspastorin Brigitte Gottuk als Maria und Lars Klehn, Pastor für Personal und Gemeindeentwicklung, bleiben drei Stunden lang in ihren Rollen. Sie erzählen von der Zeit vor der Geburt, der beschwerlichen Reise und den biblischen Verheißungen. Weihnachten? Damit können sie nichts anfangen. Wünscht ihnen ein Kunde ein frohes Weihnachtsfest, dann fragt Maria laut und für alle vernehmbar: „Was ist denn eigentlich Weihnachten.“

Ihr Abschiedsgruß lautet: „Gottes Schalom sei mit ihnen. Und wenn die Kundinnen und Kunden den Markt betreten, fragt Maria sie, ob sie auch alle wegen der Volkszählung hier seien. Kaiser Augustus habe dies schließlich angeordnet. Einige gehen darauf ein, die meisten gehen jedoch ohne sichtbare Reaktion vorbei. Deutlich wird: Das improvisierte Schauspiel von Pastorin und Pastor kommt an. Böse Worte fallen nicht, viele bleiben stehen, schauen ein, zweimal hin, lächeln und gehen dann ihres Weges.

In einer Zeit, in der immer weniger Menschen die christlichen Feste, die dazugehörigen biblischen Geschichten und Traditionen kennen, ist die Kirche an diesem Sonnabend vor dem vierten Advent mit ihrer bekanntesten Geschichte an einen Ort gekommen, wo die Menschen sind. Und diese stellen Fragen: „Wo kommen sie her?“ oder „Was machen Sie hier?“ Die Antworten sind nicht aus dieser, sondern aus vergangenen Zeiten. Und wenn sie nicht angesprochen werden, dann zitiert Maria beispielsweise die Worte aus dem Magnificat, ihrer in der Bibel überlieferten Lobpreisung Gottes. Sie berichtet vom Engel Gabriel oder dem Besuch bei ihrer Cousine Elisabeth, der Mutter Johannes des Täufers.

Josef kniet neben seiner Frau, sägt das Holz zu, und versichert immer wieder, dass die Krippe rechtzeitig fertig wird. „Als Zimmermann will ich für mein erstes Kind die Wiege natürlich selbst bauen.“ Nach drei Stunden ist es geschafft, die Krippe steht. Marktleiter Stefan Lehrke, Pastorin und Pastor freuen sich über eine rundherum gelungene Aktion.

Vorbild dieser sowie weiterer geplanter Aktionen ist die Pop Up Church in Hamburg. Sie wurde von Vikarinnen und Vikaren der Nordkirche ins Leben gerufen. Sie tauchen mit ihren Aktionen an Orten auf, wo sie mit Menschen ins Gespräch kommen, die sonst wenig bis keinen Kontakt zur Kirche haben. Die Pop Up Church stand mit der Weihnachtsgeschichte auf dem Weihnachtsmarkt oder verteilte Segen auf dem Christopher Street Day in Hamburg. Zuletzt machten junge Pastorinnen am Hauptbahnhof auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam und sammelten (Vor-)Namen von Betroffenen, für die sie dann in ihren Gottesdiensten beteten.

 

 

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