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Gemeinsam mit vielen anderen haben sie den Gottesdienst und die Eröffnung gefeiert (von links): Pastor Mario Rusch (KG St. Marien), Propst Sönke Funck, Pastor Matthias Wünsche (Studienleiter Kirchenpädagogik Nordkirche), Pastor Rainer Karstens (KG St. Marien), Jens Martin Neumann (Kurator), Propst Matthias Krüger, Thomas Krabbes (Stadtpräsident Rendsburg).

Propst Matthias Krüger sprang kurzfristig für die erkrankte Landesbischöfin ein und erinnerte: "Wir können nur über die Vorfahren hinausschauen, weil wir auf ihren Schultern stehen".

26.09.2019

Rendsburg – Die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes zur Eröffnung der Dauerausstellung „Glaubensspuren“ in St. Marien in Rendsburg mussten ohne die angekündigte Landesbischöfin auskommen. Pastor Rainer Karstens erklärte: „Ich freue mich, dass so viele unserer Einladung gefolgt sind, um die „Glaubensspuren“ zu entdecken. Viele haben sich sicher auch auf die Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt gefreut, die zugesagt hatte, uns bei der Spurensuche zu unterstützen. Die muss ich jetzt leider enttäuschen: Sie musste gestern Mittag aus gesundheitlichen Gründen absagen. Sie bedauert das sehr, bittet um Verständnis und lässt herzlich grüßen“. Propst Matthias Krüger sprang ein und hielt eine Predigt, die zwar „auf den Spuren des Textes der Landesbischöfin“ war, aber auch seine Sicht auf den zugrunde liegenden Psalm und den Anlass vermittelte: „Denn eine Predigt ist nicht zum Lesen oder Verlesen da, sondern zum Hören“, erklärte er.

Rund 200 Menschen kamen zum Teil von weit her, um die einzigartige Ausstellung frühzeitig sehen zu können. Eine Ausstellung, die dauerhaft in den Kirchraum und ehemalige Sakristeiräume integriert ist, ohne die eigentliche Funktion des Kirchraums für Gottesdienste, Amtshandlungen, Besinnung einzuschränken. Eine Ausstellung, die 1200 Jahre Geschichte des Christentums in Holstein zeigt: Mit Schlaglichtern auf die Geschichte, auf die reformatorische Umgestaltung des Kirchraums, auf Kirchenmusik, auf den lokalen Gelehrten Marquard Gude und dessen umfassende Bibliothek und einem neu gestalteten Totengedenken.

Kirche ist Heimat, Kirche sind wir

Der Gottesdienst wurde unter anderem mitgestaltet von Menschen aus der Gemeinde, die aus ihrer Sicht erzählten, was St. Marien ihnen bedeutet. Eine Ehrenamtliche aus dem Kreis derer, die Offene Kirche in St. Marien ermöglichen, bekannte frei: „Ik bün hier tohuus. 1960 wurden mein Mann und ich hier getraut und seit 2002 mache ich bei der offenen Kirche mit“. Nachdenklicher klangen die Worte einer jungen Frau: „Jesus sagte: ‚Ihr seid das Licht der Welt‘. Und so sind es nicht die Kerzen und Leuchter, die diesen Ort hell machen. Es sind die Leute. Jesus sagte: ‚Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen‘. Und so sind es nicht die Steine und Mauern, die diesen Ort zu einem besonderen machen. Es sind die Menschen“.

Propst Matthias Krüger erinnerte in der Predigt zu Psalm 103 (Lobe den Herrn, meine Seele) daran, dass die Vergangenheit wichtig für die Gegenwart ist: „Wir können nur über die Vorfahren hinausschauen, weil wir auf ihren Schultern stehen“. Er war für die Landesbischöfin eingesprungen, die kurzfristig erkrankte, aber ausrichten ließ: „Im Namen unserer Landesbischöfin danke ich allen, die am Wachsen und Werden dieser Ausstellung, aber auch am Werden dieses feierlichen Tages beteiligt waren! ‚Nur wer weiß, woher er kommt, weiß, wohin er geht‘. Diese Erkenntnis von Theodor Heuss ist in den Glaubensspuren erlebbar gemacht. Dafür gilt so vielen ein herzlicher Dank. Ich bin gewiss: Der Weg der ‚Glaubensspuren‘ wird nicht spurlos an uns vorübergehen. Die Ausstellung wird uns Wege eröffnen, die unserer Seele gut tun“.

Die Ausstellung macht das Licht von St. Marien bunter und heller

Im Anschluss an den Gottesdienst beglückwünschte unter anderem Pastor Matthias Wünsche, Studienleiter des Fachbereichs Kirchenpädagogik der Nordkirche, die Gemeinde: „Hier ist eine enge Verzahnung von Kirchenwelt und regionaler Geschichte geglückt. Eine Gesellschaft braucht Erinnerung, um Zukunft gestalten zu können. Kirchen sind dabei nicht nur Stein gewordener Glaube, sondern repräsentieren die Vergangenheit, wie Sie hier eindrucksvoll belegen“. Er hob vor allem das neu gestaltete Gedenken in der Südkapelle hervor: „Diese Installation ist genial: Beim Blick auf das Leid sehen Sie das Kreuz, beim Blick vom Leid weg den Lebensbaum“. Eine kleine Bitte formulierte er dennoch: Die Tafeln, die in den ehemaligen Sakristeiräumen zentrale Bestandteile des Gottesdienstes erklären, lieber vorne in den Kirchraum bringen, denn: „Wir werden sie hier noch brauchen“.

Aus Sicht von Propst Sönke Funck hat die Kirchengemeinde nicht nur kirchenpädagogisch Wertvolles geschaffen: „Mit dieser Dauerausstellung leistet die Kirchengemeinde St. Marien Rendsburg, unsere Kirche, mit allen Förderern gemeinsam einen wunderbaren neuen Beitrag, diese Kirche als Anziehungsort gerade auch in einer touristischen Perspektive neu aufzuschließen.“ Mindestens genauso stolz zeigte sich Rendsburgs Stadtpräsident Thomas Krabbes in seinem Grußwort. Blicke man auf Europa bei Nacht, so sehe man viele hell erleuchtete Zentren: „Nun stelle man sich Rendsburg bei Nacht vor, mit Licht, welches je nach Bereich unterschiedlich leuchtet, z.B. für Glaube, Kultur, Gemeinschaft. Dann leuchten unsere Kirchengemeinden besonders hell und bunt, denn hier passiert so viel auf einmal. Dafür bin ich, sind wir als Stadt, dankbar. Die Ausstellung macht das Licht von St. Marien noch heller und bunter, als es bisher war, denn hier werden Glaube und Geschichte, Kirche und Kultur zusammengefügt. Wir sind mit Ihnen stolz und auch stolz auf Sie“.

Die Dauerausstellung ist von Oktober bis März zwischen 10 und 13 Uhr zu besichtigen, von April bis September von 10 bis 17 Uhr. Führungen sind nach Anmeldung in der Kirchengemeinde möglich. Weitere Informationen auch unter www.st-marien-rendsburg.de/page/222/dauerausstellung.

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