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Propst Sönke Funck erläuterte den neuen Pfarrstellenrahmenplan für den Kirchenkreis.

Pastorin Michaela Ehrich

23.11.2019

Rendsburg – Im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde werden in Zukunft weniger Pastorinnen und Pastoren Dienst tun als bisher. Durch Pensionierungen und fehlenden Nachwuchs können künftig einige Stellen nicht mehr besetzt werden. Da es nach den aktuellen Zahlen bis zum Jahr 2030 ein gutes Drittel weniger Stelleninhaber im Kirchenkreis geben wird, muss auch der Pfarrstellenplan angepasst werden. In ihm wird unter anderem vorgegeben, nach welchem Schlüssel die Zahl der Pastorinnen und Pastoren in den Gemeinden derzeit berechnet wird. Grundlage dafür sind derzeit die Zahl der Gemeindeglieder (80 Prozent) sowie die gesamte Wohnbevölkerung (20 Prozent) auf dem Gebiet der Kirchengemeinde. 

Propst Sönke Funck erläuterte den Synodalen des Kirchenkreises, wie künftig geplant und damit reduziert werden könnte. Dabei habe sich der Kirchenkreisrat dafür entschieden, dass die Pfarrstellen solidarisch um 35 Prozent in allen Regionen und im Kirchenkreis verringert werden sollen. Wie das konkret funktionieren wird, solle vor Ort beraten werden. Wenn der Kirchenkreis nichts tue, so Funck, dann würde diese Zahl zwar durch die Pensionierungen erreicht. Damit würde aber der Kirchenkreis quasi ausbluten – und keine junge Kollegin, kein junger Kollege neu im Kirchenkreis anfangen können. Außerdem erfolgen diese Pensionierungen regional sehr unterschiedlich und führen zu Ungleichen Belastungen. Künftig solle es daher statt eines Pfarrstellenplans einen Rahmenplan geben, der nach Regionen aufgestellt wird.

Neuer Rahmenplan soll im März beschlossen werden

Dieser neue Pfarrstellenrahmenplan soll bei der nächsten Synode des Kirchenkreises im März 2020 vorgestellt und beschlossen werden. Die Kritik, bei der neuen Bemessung handele es sich um Mängelverwaltung, teilte Propst Funck nicht. Er verwies darauf, dass es auch langfristige Sicherheiten für Pastorinnen und Pastoren geben müsse, was nicht unbedingt auf Kosten der Kreativität ginge. Es gehe auch um Aufgabenkritik. Pastorin Kirsten Erichsen (Sieseby) widersprach ebenfalls der Auffassung, dass die Pfarrstellenbemessung reine Mangelverwaltung sei. „Es ist ein theologischer Gedanke, dass wir Kirche in der Fläche bleiben wollen“, sagt Erichsen zur künftigen Pfarrstellenplanung. „Wir möchten dort sein, wo die Menschen sind.“ Das versuche der Plan abzubilden.

Dass die Nordkirche sich verstärkt mit der Gewinnung von Nachwuchs beschäftigt, machte auf der Kirchenkreissynode Michaela Ehrich deutlich. Die Pastorin, die früher in Nortorf und Rendsburg Dienst tat, arbeitet seit September bei der Nachwuchsförderung der Landeskirche. Es gebe eine Konkurrenz der Landeskirchen um den Nachwuchs, und die Theologie-Studierenden wünschten sich heute für ihren Beruf mehr Respekt vor ihrer Privatsphäre, klare Arbeitsstrukturen und -zeiten, und wenn sie schon in einem Pastorat wohnen müssen (die sogenannte Residenzpflicht), dann eines in gutem Zustand. Da gelte es umzudenken und die Jugend mit einzubeziehen.

Pastores sollen ihren Konfis neugierig begegnen

Ehrich und ihre Kollegin Jil Becker begleiten bundesweit Theologie-Studierende – 235 von ihnen im Hauptstudium – planten ihren späteren Einsatz in der Nordkirche. Zudem werbe die Landeskirche unter dem Motto „Entdecke Dein Talent“ an Schulen, auf dem Kirchentag und ausgewählten Berufsfachmessen für den Pfarrberuf. Unter www.pfarrberuf-nordkirche.de würden Interessierte umfassend fündig. Die anwesenden Pastorinnen und Pastoren bat Ehrich, sich neugierig und offen um ihre Konfirmanden zu kümmern und sie wahrzunehmen – „denn das ist für viele junge Leute der erste intensive Kontakt zur Kirche und eine Chance, die wir nutzen sollten“.

In den Sozialen Medien seien zudem einige Personen aktiv, die aus dem Vikariat, dem Studium oder dem Pfarramt berichten und damit für den Beruf werben. Zu ihnen gehöre etwa die Büdelsdorfer Pastorin Josephine Teske, die derzeit gut 14.000 Followern bei Instagram erreiche – “wer von uns hat schon mal vor so vielen Leuten gepredigt?”, fragte Ehrich und sorgte für Lachen im Saal. Zwar könne die Nachwuchsförderung nichts daran ändern, dass bis 2030 etwa 600 Pastorinnen und Pastoren weniger in der Nordkirche Dienst tun werden als bisher, so Michaela Ehrich. “Aber die, die da sind, können wir gut begleiten und bei uns halten.“

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