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Propst Sönke Funck bei der Erläuterung des Pfarrstellenrahmenplans

Propst Matthias Krüger warb für den Vorschlag des Kirchenkreisrates, den die Synode sich schließlich zu eigen machte und erweiterte.

Dirk Homrighausen plädierte dafür, die Steuerungsgruppe des Transformationsprozesses breit aufzustellen.

Tagung am ungewöhnlichen Ort: Unter Corona-Bedingungen in der Halle der Landwirtschaftskammer.

19.09.2020

Rendsburg – Die Synode des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde hat ein Moratorium zur Besetzung aller Pfarrstellen beschlossen. Bis zum Ende eines parallel gestarteten Transformationsprozesses dürfen damit frei werdende Pfarrstellen nicht mehr besetzt werden. Ausnahmen sind in engen Grenzen möglich. Der Prozess unter dem Titel „Prüfet aber alles …“ (nach dem ersten Brief des Paulus an die Thessalonicher, Kapitel 5,21a) ist ebenfalls auf der Synode gestartet worden. 

„In Folge der Corona-Pandemie sind nun sehr bald und in Zukunft zusätzlich massive Einbrüche auch der finanziellen Ressourcen zu erwarten“, sagte Propst Sönke Funck zur Erläuterung des Besetzungsstopps. „Dadurch werden die Veränderungen der strukturellen Rahmenbedingungen der verfassten Kirche erheblich beschleunigt. Es ist zu erwarten, dass diese Veränderungen bestehen bleiben.“

Wenn Pfarrstellen im Kirchenkreis künftig durch Ruhestand oder Stellenwechsel vakant werden, werden sie vorerst nicht besetzt. In Ausnahmefällen kann der Kirchenkreisrat entscheiden, eine Stelle doch zu besetzen. Insbesondere dort, wo Pastorinnen und Pastoren im Probedienst bereits eine Stelle verwalten, kann es demnach eine Ausnahme geben. Weitere Ausnahmen sind insbesondere dann möglich, wenn die pfarramtliche Versorgung nicht mehr gewährleistet ist, die familiäre Situation einer Pastorin bzw. eines Pastors dies zwingend erfordert oder der Wechsel der Pfarrstelle innerhalb des Kirchenkreises erfolgt.

Die Besetzungssperre gilt für sämtliche Pfarrstellen in Kirchengemeinden sowie auf Ebene des Kirchenkreises. Damit hat die Synode den kurz zuvor beschlossenen Pfarrstellenrahmenplan außer Kraft gesetzt – maximal bis zum Abschluss des Transformationsprozesses. Dieser Plan soll Grundlage für die pastorale Personalplanung bis 2030 sein, bei der nach den Vorgaben der Nordkirche insgesamt 35 Prozent der Pfarrstellen reduziert werden müssen. Hintergrund ist, dass in der Nordkirche bis 2030 insgesamt etwa 600 Pastorinnen und Pastoren mehr in den Ruhestand gehen als neue ausgebildet werden können. Deshalb werden auf allen Ebenen der Nordkirche die Pfarrstellen abgebaut, auch im Kirchenkreis und seinen Kirchengemeinden.

Damit dies geschehen kann, wird der Bedarf an Gemeindepfarrstellen künftig auf die derzeit acht Regionen des Kirchenkreises bezogen. „Der Pfarrstellenrahmenplan dient der solidarischen Umsetzung der zu erwartenden Entwicklung im pastoralen Dienst“, sagt Propst Funck. Die Regionen hätten die Verantwortung zur konkreten Umsetzung der Rahmenbedingungen. Allerdings müsse der Pfarrstellenrahmenplan im Zuge des grundlegenden Transformationsprozesses wiederum überprüft werden – weit vor der eigentlich geplanten Evaluation bis Mitte 2024.

In dem Transformationsprozess „Prüfet aber alles …“ will der Kirchenkreis seine bisherige Struktur der inhaltlichen Arbeit und deren Finanzierung auf allen Ebenen überdenken und gegebenenfalls neu ordnen. Im kommenden Jahr solle eine Steuerungsgruppe ein Strategiepapier erarbeiten und sich dabei mit Kirchenkreisrat und -synode abstimmen. Propst Matthias Krüger begründete für den Kirchenkreisrat diesen Prozess über die Coronakrise hinaus mit langfristigen Entwicklungen. Bei der Fusion der Kirchenkreise Rendsburg und Eckernförde 2009 habe es noch 140.000 Mitglieder gegeben, heute seien es 114.000 Mitglieder. „Wir werden uns konzentrieren“, so Krüger, „und bestimmte Arbeit verringern müssen – nicht weil die Arbeit schlecht gewesen ist, sondern weil wir sie nicht mehr bezahlen können. Und auch ehrenamtliche Arbeit ist begrenzt.“

Die Anregung zu diesem Prozess aus dem Kirchenkreisrat machte sich die Synode zu eigen. Nach längeren Diskussionen über die Besetzung der Steuerungsgruppe entschieden die Synodalen schließlich, dass ihr neben den Pröpsten, Insea Eggert als weiteres Mitglied des Kirchenkreises, Maike Tesch als Präses der Synode noch acht weitere Personen angehören sollen. Diese sollen aus den unterschiedlichen Arbeitsbereichen des Kirchenkreises kommen. Sie werden vom Nominierungsausschuss der Synode vorgeschlagen.

Die Synode befasste sich ebenfalls mit dem Antrag auf Änderung der Kirchenkreisgrenzen der Kirchengemeinden Altenholz und Schilksee-Strande. Die beiden Gemeinden am Stadtrand von Kiel kooperieren bereits mit den benachbarten Gemeinden Pries-Friedrichsort und Holtenau auf Kieler Stadtgebiet, die beide zum Kirchenkreis Altholstein gehören. Die Kirchengemeinden Schilksee-Strande und Altenholz haben beantragt, künftig ebenfalls zum Kirchenkreis Altholstein gehören zu dürfen. Sie wollen mit den anderen beiden Gemeinden eine Region bilden und eine Fusion prüfen.

Im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde berät eine Arbeitsgruppe die Folgen einer Veränderung der Kirchenkreisgrenzen, um auf einer der nächsten Tagung der Synode über die Anträge abzustimmen. Überprüft werden auch Alternativen zur Änderung der Grenzen. In Altholstein bilden die beiden Kirchengemeinden nördlich des Kanals mittlerweile eine Pfarr-Region, in Rendsburg-Eckernförde könnte aus Schilksee-Strande und Altenholz eine neue Region werden, die dann in Abstimmung mit Propst Sönke Funck und Pröpstin Almut Witt (Kiel) weitreichend mit den Altholsteiner Gemeinden kooperieren kann.

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