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Pastor aus vollem Herzen

  • Pastor in der Großstadt, auf dem Land, in der Schule, im Bereich Öffentlichkeitsarbeit: Ullrich Schiller hat ganz verschiedene kirchliche Arbeitsbereiche während seiner Dienstzeit kennengelernt.

Eckenförde – Ullrich Schiller ist ein neugieriger Mensch. Er war Pastor in der Großstadt, auf dem Dorf und nun in der Stadt Eckernförde. Viele Jahre war er Seelsorger an verschiedenen Schulen, war im Kirchenkreis Eckernförde für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig und hat sich zum Fundraiser weiterbilden lassen. „Jede Woche sieht im Pastorenberuf anders aus“, sagt Schiller. Diese Vielfalt hat er geliebt. Sie hat ihn angespornt, immer etwas Neues anzupacken. Am Sonntag, 22. Mai, wird der 65-Jährige Pastor der Kirchengemeinde St. Nicolai in den Ruhestand verabschiedet.

Zur Theologie ist er durch einen Schulfreund gekommen. Während des Studiums in Hamburg fing er auch an, sich in einer Gemeinde zu engagieren. „Von daher stehe ich seit 41 Jahren auf der Kanzel“, sagt Schiller mit einem Schmunzeln. Gottesdienste haben ihm immer Spaß gemacht. Den Menschen einen Zugang zum Glauben zu ermöglichen: Das war immer seins. „Ich war immer auf der Suche nach einer anderen Theologie“, sagt Schiller. Diese Reise sei auch jetzt für ihn nicht abgeschlossen. Auch weiterhin möchte er sich mit Glaubensfragen auseinandersetzen. Mit Professor Enno Popkes von der Uni Kiel hat er zum Beispiel die „Kieler Akademie für Thanatologie“ gegründet. „Wir bieten unter anderem Veranstaltungen zu den Themen Tod und Nahtoderfahrungen an“, berichtet Schiller. Auch mit Mystik beschäftigt er sich schon seit einiger Zeit. Dabei geht es um die Frage nach unmittelbaren Gotteserfahrungen. Schiller war es immer wichtig, den Glauben in die heutige Zeit zu holen. „Wir hantieren häufig noch mit mittelalterlichen Bildern“, sagt Schiller. „Das ist nicht gut für unsere Kirche.“ Er wünscht sich mehr Diskurs. Viel Zeit werde verwendet, um über kirchliche Strukturen zu debattieren. Ihm komme die theologische Auseinandersetzung zu kurz. „Wir haben mit Traditionsabbrüchen zu tun und müssen neu über unsere Lehren nachdenken.“. Schiller selbst möchte im Ruhestand sein Wissen vertiefen, zum Beispiel auch über verschiedene Gottesbilder sprechen.

Ursprünglich wäre er gern nach dem Studium an der Uni geblieben, um wissenschaftlich zu arbeiten und seinen Doktor zu machen. Doch das Schicksal meinte es anders; sein Doktorvater starb. 1983 machte Schiller sein Vikariat in Hamburg Othmarschen. Danach wechselte er nach Wedel. 1992 gingen er und seine Familie nach Waabs. „Das war eine große Umstellung für mich von der Stadt aufs Dorf“, erinnert sich Schiller. In Waabs hatte er eine halbe Stelle für die Gemeinde und eine halbe Stelle für Urlauberseelsorge. Acht Campingplätze gehörten damals zur Gemeinde. Im Sommer war er auf den Campingplätzen mit seiner mobilen Kirche unterwegs, einem Nachbau der Waabser Kirche, die auf einem Anhänger stand. Autobild, der ZDF-Fernsehgarten bis hin zu SAT1 berichteten damals von seiner Arbeit. „Es war damals noch etwas Neues“, erinnert er sich. Ab `95 übernahm er die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im damaligen Kirchenkreis Eckernförde mit halber Stelle. Er absolvierte ein Fernstudium zum Kommunikationswirt und später folgte auch noch die Ausbildung zum Fundraiser. 2006 ging er als Schulpastor an die Jungmannschule und nach Louisenlund. Im März 2014 wurde er Pastor der Kirchengemeinde St. Nicolai und blieb mit halber Stelle Schulseelsorger. Später übernahm er mit halber Stelle Vertretungsdienste in der Region. An der Arbeit in St. Nicolai schätzt er die gute kollegiale Zusammenarbeit. „Das ist top in Eckernförde“, sagt er. Nur der Bereich Verwaltung und Gremienarbeit habe ihm nicht so gelegen. Trotzdem habe es ihm immer Freude bereitet, über den Tellerrand zu schauen. Ullrich Schiller schätzt die Vielschichtigkeit des Pastorenberufes. „Für mich ist es nach wie vor einer der freiesten Berufe, die ich mir vorstellen kann.“ Seinen Talar wird er nicht an den Nagel hängen. Für Vertretungsgottesdienste sei er schon angefragt. Und darüber freut er sich.

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