Aufschrift Frieden braucht mehr, Umriss Taube aus bunten Herzen

Trauung, Segen und Meer: Einfach heiraten in Eckernförde

Insgesamt 30 Paare ließen sich am Samstag, 18.Juli, zwischen Strandkörben und Meer in Eckernförde trauen oder segnen.

  • Neben der Schäferwagenkirche am Strand von Eckernförde sammeln sich die Paare, die heiraten oder sich segnen lassen wollen, einer der Pastoren ist Ullrich Schiller.
    Neben der Schäferwagenkirche am Strand von Eckernförde sammeln sich die Paare, die heiraten oder sich segnen lassen wollen; einer der Pastoren ist Ullrich Schiller.
  • Mit Blick aufs Wasser: Pastorin Annika Tittes traut ein Paar, das Gäste mitgebracht hat.
    Mit Blick aufs Wasser: Pastorin Annika Tittes traut ein Paar, das Gäste mitgebracht hat.
  • Tanja Sellere spielt während der Wartezeit mit ihren Drillingen am Strand.
    Tanja Sellere spielt während der Wartezeit mit ihren Drillingen am Strand.
  • Das Trau- und Segenteam: Pastor Ullrich Schiller, Pastor Michael Jordan, Pastorin Annika Tittes, Pastorin Brigitte Gottuk und Diakonin Sabine Klüh (von links)
    Das Trau- und Segenteam: Pastor Ullrich Schiller, Pastor Michael Jordan, Pastorin Annika Tittes, Pastorin Brigitte Gottuk und Diakonin Sabine Klüh (von links).

Eckernförde – Es sind Paare, deren standesamtliche Trauung vor Kurzem war oder schon Jahre zurückliegt. Sie kommen nicht nur aus Schleswig-Holstein, sondern auch aus anderen Bundesländern. Was sie verbindet: Sie wünschen sich eine kirchliche Aktion vor einer unvergesslichen Kulisse mit individueller Ansprache.

Eingeladen haben die Eckernförder Kirchengemeinde, der Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde und die zugehörige Tourismuskirche. Ein Team aus etwa 15 Haupt- und Ehrenamtlichen hat den Tag geplant, die Luftzelte aufgestellt, Getränkekisten an den Strand transportiert und mit Tischen und Stühlen verschiedene Stationen aufgebaut. 

Zunächst werden die Paare freundlich willkommen geheißen, dann können sie an einem Stand einen Trauspruch und ein Lied wählen. Die Trauung oder Segnung liegt in den Händen von zwei Pastoren, zwei Pastorinnen und einer Diakonin. Im XXL-Strandkorb neben der Schäferwagenkirche, einer kleinen Holzkirche auf Rädern, führen sie mit den Paaren Gespräche. 

Für die Zeremonie sind zwei Orte eingerichtet worden, um zwei Trauungen oder Segnungen parallel durchführen zu können. Ein Tisch ist jeweils mit Tischdecke, Holzkreuz, Blumenschmuck und Kerzenlaterne zum Altar umfunktioniert worden. Eine Musikerin spielt und singt das gewünschte Lied. Viele wählen „Hallelujah“ von Leonard Cohen oder „Ich lass für dich das Licht an“ von Revolverheld. Eine Fotografin macht Fotos von den Paaren unter dem dekorativen Hochzeitsbogen. Schließlich erhalten sie eine Erinnerungsurkunde. Für die kirchliche Trauung ist nur der Personalausweis und die Urkunde des Standesamts erforderlich; das konnten die Paare der Internetseite entnehmen.

„Wir wollten immer schon am Strand heiraten“, erzählt Marie-Luise Eyselée, die mit ihrem Mann und zwei Kindern aus Hildesheim nach Eckernförde gereist ist. Sie und ihr Partner haben standesamtlich am Steinhuder Meer geheiratet. „Aber das ist ja kein richtiges Meer“, sagt sie und lacht. Außerdem wollten die beiden „ohne großes Tamtam“ heiraten.

Ralph und Karolin kommen nur für diesen Tag aus Bonn. Ihre vier Töchter reisen ebenfalls an, eine davon mit dem Flugzeug aus Barcelona. Das Paar ist seit 20 Jahren verheiratet und möchte sein Eheversprechen erneuern. „Wir haben auf der Internetseite geschaut, welcher der Orte in Deutschland, an denen diese Aktion angeboten wird, am schönsten ist“, berichtet Karolin. Beide tragen die Kleidung ihres Hochzeitstages.

Ein Paar wünscht sich, im flachen Wasser gesegnet zu werden. Kein Problem: Pastorin Brigitte Gottuk zieht ihr weißes Gottesdienstgewand und ihre Schuhe aus und geht in kurzer Hose und T-Shirt mit beiden an den Spülsaum. „Es war ein großartiger Tag“, meint Pastorin Annika Tittes. „Viele hatten vor Rührung Tränen in den Augen.“ Das Fazit von Michael Jordan: „Der Tag war ein purer Segen.“ Insgesamt gab es zwölf Trauungen und 18 Segnungen. Mit dabei war auch das eine oder andere Paar, das zwischendurch auf der Promenade oder am Strand ganz spontan nur gesegnet werden wollte. 

Kirche im Norden