Aufschrift Frieden braucht mehr, Umriss Taube aus bunten Herzen

17 Paare kommen zu "Einfach heiraten" in Rendsburg

Aktion in der St. Marien-Kirche ein voller Erfolg: Elf kirchliche Trauungen und sechs Segnungen gefeiert.

  • Jens-Uwe Lüthje und Hanne Britz kamen aus Laboe und wurden von Pastorin Denise Westphal gesegnet.
  • Viele Paare kamen spontan und ohne Gäste zu den Trauungen, bei anderen waren Freunde oder Verwandte mit dabei.
  • Die Paare konnten sich eine Kerze gestalten lassen.
  • Auch der NDR kam für einen Beitrag im Schleswig-Holstein-Magazin vorbei. Hier gibt Vikarin Merle Krüger ein Interview.

Rendsburg – Alle Beteiligten haben Überstunden gemacht. Die erste Aktion „Einfach heiraten“ in der St. Marien-Kirche Rendsburg war ein voller Erfolg. Insgesamt 17 Paare sind an dem heißen Sommertag in die kühle Kirche in der Innenstadt gekommen, um gesegnet oder kirchliche getraut zu werden. Dabei wurden elf kirchliche Trauungen und sechs Segnungen gefeiert. Durch den Ansturm mussten die Paare teilweise lange auf ihre Trauung oder ihre Segnung warten. Der allgemein guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Die Paare, die teilweise mit einigen Gästen, teilweise aber auch allein gekommen waren, warteten geduldig, bis sie an der Reihe waren. 

„Wir haben mit Freunden zusammengesessen, die im vergangenen Jahr bei einer ähnlichen Aktion mitgemacht haben und erfahren, dass das wieder stattfindet“, sagt Hanne Britz aus Laboe. Also ist sie mit ihrem Partner Jens-Uwe Lüthje nach Rendsburg gekommen, um sich segnen zu lassen. „Das ist eine sehr schöne, stimmungsvolle Aktion. Wir haben die Segnung als sehr zugewandt und einfühlsam erlebt“, sagt sie. 

Pastorin Denise Westphal hat die beiden und fünf weitere Paare gesegnet oder getraut. Am Ende der Aktion ist sie zwar müde aber erfüllt von den vielen schönen und intensiven Begegnungen. „Das ist so toll, dass wir den Paaren diese Möglichkeit gegeben haben“, sagt sie. Gerade Paare im letzten Lebensabschnitt, nach Eintritt in die Rente, hätten schon viel erlebt und kämen dennoch dankbar in die Kirche. „Das ist für mich ein großes Geschenk, dabei sein zu dürfen“, sagt die Pastorin, die selbst kürzlich in den Ruhestand gegangen ist.

Ganz unterschiedliche Paare kommen in die Kirche

Neben Paaren, die fast 50 Jahre verheiratet sind, kamen auch frisch vermählte junge Menschen zur Aktion. Einige Paare erschienen in festlicher Kleidung, andere bei den heißen Temperaturen in kurzer Hose und Freizeithemd. Manche kamen mit ihren Kindern, es ließen sich befreundete Ehepaare trauen, die gegenseitig als Gäste des jeweils anderen Paares im Altarraum Platz nahmen. Einmal waren gleich vier Generationen dabei: Eltern, Kinder und Enkelkinder begleiteten das Ehepaar zum Traualtar. 

Die Paare mussten sich für die Trauungen oder Segnungen nicht anmelden, alles war für sie vorbereitet. An einer Station konnten sie ein Lied aussuchen, das in der etwa zwanzigminütigen Zeremonie von Kantor Volker Linhardt gespielt wurde. Außerdem wählten sie sich einen Trauspruch aus und konnten eine Kerze mit vorgefertigten Motiven zum Anlass gestalten. Im Haus der Kirche direkt neben der St. Marien-Kirche sorgte eine Mitarbeiterin des Rendsburger Kirchenbüros für die Eintragung ins Kirchenbuch. Und die beiden Pastorinnen Denise Westphal und Claudia Heynen sowie Vikarin Merle Krüger führten jeweils Einzelgespräche mit den Paaren.

„Die Gespräche waren intensiv und sehr persönlich“, sagt die Rendsburger Pastorin Claudia Heynen, die die Aktion in der Kirche maßgeblich mit organisiert hat. Am Ende, als Paar Nummer 17, stand sie selbst gemeinsam mit ihrer Frau Nadine Heynen vor dem Traualtar. Vikarin Merle Krüger traute die beiden und sagte: „Hier ist so viel Liebe im Raum, das ist richtig zu spüren.“ Am Ende segnete sie alle Beteiligten an der Aktion, die kurzerhand zur Hochzeitsgesellschaft geworden waren und noch einmal gemeinsam anstießen. Wird es eine Wiederholung geben? Claudia Heynen kann sich das sehr gut vorstellen: „Wir haben gesehen: Das Interesse ist groß. Es war anstrengend, aber auch erfüllend und wunderschön, nicht nur für die Traupaare, sondern auch für alle Mitwirkenden.“ 

Kirche im Norden