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300.000 Euro für nationales Kulturdenkmal in Rieseby

  • Jörg-Michael Schmidt (links) führt Johann Wadephul durch die St. Petri Kirche.
  • Architekt Filip Fröhler (zweiter von rechts) erläutert Johann Wadephul (links) die Sanierung des Glockenturms.
  • Das Triumphkreuz hängt über dem Altarraum der Kirche.
  • Das Antemensale in Rieseby ist kulturhistorisch besonders wertvoll.
  • Hier wurde ein Teil des alten Fachwerkbalkens ersetzt. Das neue Holz ist durch die hellere Farbe gut zu erkennen.

Rieseby – Die Arbeiten sind schon kräftig im Gange. Das Fachwerk des Turms der Riesebyer St. Petri Kirche ist frei gelegt und wird derzeit saniert. Die anderen Teile der alten Kirche folgen. Da kommen die 300.000 Euro gerade recht, mit der der Bund die Sanierung von St. Petri unterstützt. „Das ist eine ganz große Hilfe für unsere Kirchengemeinde“, sagt Pastorin Kirsten Erichsen. Die Vorsitzende des Kirchengemeinderats der Kirchengemeinde Schwansen bedankt sich besonders bei Johann Wadephul. Der CDU-Bundestagsabgeordnete mit Wahlkreis Rendsburg-Eckernförde hat maßgeblich mit dazu beigetragen, dass die hohe Summe aus dem Bundeshaushalt nach Schwansen geht. Insgesamt soll die Sanierung der Kirche aus dem 13. Jahrhundert 1,2 Millionen Euro kosten.

„Der Bund kann natürlich nur Kulturdenkmäler mit nationaler Bedeutung fördern“, sagt Wadephul. Die Kirche in Rieseby sei ein solches Denkmal. Wie viele andere Kirchen im Kreis sei „für unsere Identität von besonderer Bedeutung“. Ziel sei es, dass die Strahlkraft dieser besonderen Kirche erhalten bleibe, so Wadephul.

Riesebys Pastor Jörg-Michael Schmidt arbeitet bereits seit 34 Jahren in und an der Kirche. Er kennt jeden Winkel und jedes Detail. Wadephul stellte er besonders das Triumpfkreuz über dem Altarraum vor. Es zeigt den Gekreuzigten, zu dessen Fuß Adam im offenen Grab zu sehen ist. Es ist ein Symbol dafür, dass Jesus Christus Sünde und Tod überwunden hat. Von besonderer Bedeutung in Rieseby ist auch das gotische Antemensale unter dem Altar. Es gilt als älteste Tafelmalerei in Nordeuropa. Schmidt erläuterte, dass es früher golden in die Kirche hinein strahlte. Das Gold ist mittlerweile nur noch in kleinen Teilen sichtbar. Auch die Apostel, die auf dem Antemensale abgebildet worden sind, sind nur noch schemenhaft zu erkennen.

Die großen Herausforderungen der Sanierung erläuterte Architekt Filip Fröhler, der die Bauarbeiten begleitet. Im Turm, dessen Verschalung abgenommen worden ist, mussten einige der alten Balken ersetzt werden. „Die Zimmerer haben Teile rausgeschnitten, die marode waren“, sagt er. Nun werde das Fachwerkgerüst so historisch wie irgend möglich saniert. Und das ist auch nötig. Auf die mittleren Balken wirkt bei Sturm eine Last von etwa 13 Tonnen. Damit die Balken länger halten, soll im Turm künftig die Luft besser zirkulieren. Deswegen werde die Verkleidung des Turms aus Lärchenholz mit genügend Abstand zu den Fachwerkbalken aufgebaut, sagt Fröhler. Der Turm bleibe dabei so schief wie er ist, denn er steht stabil. „Die Neigung ist in Ordnung“, sagt Fröhler.

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