Hanerau-Hademarschen – Durch die provisorisch verschlossenen Fensteröffnungen der Kirche in Hademarschen pfeift der Wind. Was die Kirche alles mitgemacht hat, pfeifen die Spatzen vom Dach: Ausgebrannt, fehlerhaft aufgebaut, Rechtsstreit. Die Versicherungen der Baubeteiligten mussten 2,1 Millionen Euro zahlen. Die Sanierung ist im Gange.
Die Mauern werden nicht mehr aus den alten Feldsteinen, sondern aus anderen Steinen errichtet. Denn die Steine einzeln herauszulösen und vom fehlerhaften Mörtel zu befreien, wäre zu aufwendig und kostspielig. Architektin Kerstin Solterbeck berichtet, dass innen verputzter Sandstein verwendet werden soll, der nach außen durch große Mauersteine verstärkt wird.
Ständerwerk und Stahlträger
Da das Dach intakt ist, soll es bestehen bleiben. Eingebaut worden ist ein Ständerwerk aus Holz, um darauf Stahlträger zu montieren, die das Dach vorübergehend tragen. So kann im Inneren und an den Mauern gearbeitet werden, ohne dass die Stabilität des Gebäudes gefährdet ist. Ein Teilbereich nach dem anderen wird entsprechend abgestützt, um dort das Mauerwerk auszutauschen. „Für eine solche Konstruktion ist höchste Genauigkeit in der Statik nötig“, erklärt Solterbeck. „Sie ist der kniffligste Punkt.“
Pastorin Diana Krückmann geht davon aus, dass die Kosten der Sanierung die vorhandene Summe übersteigen. Daher plant die Gemeinde mit Hilfe des Kirchbauvereins Spendenaktionen. Im Ort gibt es schon jetzt Unterstützung. So backt die Bäckerei Thiessen pro Woche eine besondere Köstlichkeit. Zehn Prozent des Verkaufserlöses sind für die Sanierung bestimmt. „Wir sind dankbar für diese Aktion und suchen weitere Unterstützungsideen“, erläutert die Pastorin.






















