Sehestedt/Rendsburg - Acht Jahre hat Johanna Zedlitz gerne auf dem Dorf verbracht. Acht Jahre direkt am Kanal neben der Kirche. Acht Jahre war sie Pastorin in Sehestedt. Nun wird sie Pastorin in der Kirchengemeinde Rendsburg. Für die 41-Jährige geht es ab dem 1. Oktober vom Dorf in die Stadt, von der Einzelpfarrstelle ins Pfarrteam, von einer halben Stelle auf eine volle. Johanna Zedlitz wird in Sehestedt am Sonntag, 27, September, um 14 Uhr im Gottesdienst vom Eckernförder Propst Dennis Pistol verabschiedet. In Rendsburg eingeführt wird sie dann am Sonnabend, 31. Oktober, dem Reformationstag, um 11 Uhr in St. Marien vom Rendsburger Propst Matthias Krüger.
Die Entscheidung für Rendsburg ist für Johanna Zedlitz keine gegen die Kirchengemeinde Sehestedt, sondern eine für die neue Aufgabe und eine für die Stadt. Sie habe gerne auf dem Dorf gelebt, aber sie sei eher ein Stadtmensch. Dazu kommen familiäre Gründe. „Die Kinder sind mittlerweile nach Rendsburg orientiert und gehen dort zur Schule“, sagt sie. „Jetzt werden wir Rendsburg noch einmal anders kennen lernen.“ Der Wechsel sei einfach dran gewesen, resümiert Johanna Zedlitz.
Auf ihre Zeit in Sehestedt schaut sie gerne zurück. „Hier passiert wirklich viel, es sind drei lebendige Dörfer“, sagt sie mit Blick auch auf die Dörfer Holtsee und Haby, die ebenfalls zur Kirchengemeinde gehören. Ihr ist bewusst, dass die Stellung der Kirche auf dem Dorf eine andere ist als in der Stadt. „Hier kommt das halbe Dorf zu einer Beerdigung, das ist Tradition.“ Das sei in der Stadt sicher anders, da müsse sie sich umstellen. Sie erwartet, dass der Wandel von Gesellschaft und Kirche in der Stadt deutlicher zu spüren ist, auch und gerade, weil dort viel mehr Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zusammenkommen.
Für ihre Arbeit in der Stadt werden ihr die vielen Ideen zugutekommen, die sie auch schon in Sehestedt umgesetzt hat. Es gab besondere Gottesdienste wie den Schlagergottesdienst oder eine Wohnzimmerkirche – das Sofa steht mittlerweile im Eingangsbereich der Peter-und-Paul-Kirche. Johanna Zedlitz hat hier Familienkirche mit dem Krümelkirchenkonzept gefeiert, das auf die Kleinsten abgestimmt ist. Und die Kirche verwandelte sich regelmäßig ins Detektivbüro St. Peter und Paul, in dem die Kinder auf Bibelentdecker-Tour gingen. „Ich habe hier mit einem tollen Team zusammengearbeitet, ohne die Menschen wären die Ideen gar nicht umsetzbar gewesen“, sagt Johanna Zedlitz. Besonders schön sei es auch, dass die Prädikantin Birgit Kray vor einigen Jahren nach Sehestedt gewechselt ist. Mit ihr hatte sie schon in ihrer Zeit als Vertretungspastorin in Schilksee-Stande gut und gerne zusammengearbeitet.
Der Wechsel nach Rendsburg fällt Johanna Zedlitz zwar nicht leicht, aber sie freut sich auf die neue Aufgabe und darüber, dass die Pfarrstelle in Sehestedt übergangsweise von Pastorin i.R. Christa Loose-Stolten vertreten wird. Auch in Rendsburg wird die Arbeit mit Kindern zu einem ihrer Schwerpunkte gehören, Johanna Zedlitz wird zudem für den Pfarrbezirk Kronwerk und Mühlenau zuständig sein und eine Kita begleiten. Sie freut sich darüber, dass die Kirchengemeinde Rendsburg bereits einen Fusionsprozess hinter sich hat – auch wenn weitere Veränderungen anstehen. „So wie es jetzt ist, wird es nicht bleiben. Ich bin offen auf Neues und gespannt auf alles, was kommt“, sagt sie.




















