Aufschrift Frieden braucht mehr, Umriss Taube aus bunten Herzen

Die erste Photovoltaikanlage in der Rendsburger Altstadt liegt auf dem Haus der Kirche

Zur Feier gab es Bratwurst vom solargetriebenen Grill und alkoholfreiem Sekt. Die Solaranlage auf dem Dach des Hauses der Kirche wurde eingeweiht.

  • Grund zum Anstoßen auf die PV-Anlage haben Propst Matthias Krüger, Jorn Kick (Architekt, WDK), Markus Favier (Sonne.SH), Bürgermeisterin Janet Sönnichsen und Detlef Bolz (beide Klimaforum) (v. links).
  • Die Photovoltaik-Anlage auf dem Haus der Kirche in Rendsburg erzeugt aus Sonnenstrahlung Energie. Foto: Sonne.SH

Klimaschutz: Wir alle brauchen ihn, das Gesetz fordert ihn, Sonnenstrom bewirkt ihn. Dennoch sind viel Beharrlichkeit und Gesprächsoffenheit vonnöten, wenn es um historische Gebäude geht. Umso mehr freut sich der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde über seine 30 kWp-PV-Anlage auf dem Haus der Kirche, dem Herzstück der Kirchenkreisverwaltung, gelegen im Rendsburger Altstadtkern in unmittelbarer Nachbarschaft der Marienkirche. Sie ist jetzt in Betrieb gegangen.

Rückblende ins Jahr 2022: Im August beschließt der Kirchenkreisrat umfassende Klimaschutzmaßnahmen für die kirchenkreiseigenen Gebäude, auch die Eignung für Dach-PV-Anlagen soll geprüft werden. Größter Stromverbraucher ist die Kirchenkreisverwaltung. Aber es gibt eine Hürde: Die Gestaltungssatzung der Stadt Rendsburg schreibt für die Altstadt vor, dass solche Anlagen von der Straße aus nicht sichtbar sein dürfen. Die demnach verbleibende Dachfläche auf dem Haus der Kirche wäre bedeutungslos klein.

Klimaforum Rendsburg engagiert sich

Erst als infolge des Ukrainekrieges und befürchteter Versorgungsengpässe die Energiepreise durch die Decke gehen, erlangt der Ausbau erneuerbarer Energien vorrangiges öffentliches Interesse. Dies und die Verfügbarkeit moderner, optisch ansprechender Glas-Glas-Module führen nach Einsatz engagierter Mitglieder des Klimaforums Rendsburg (Beteiligungsgremium für die nachhaltige Stadtentwicklung), zur Änderung der Gestaltungssatzung im Jahr 2024. Die erste Hürde ist genommen.

Nächste Hürde: Das landeskirchliche Baudezernat muss in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege Baumaßnahmen in und an Kirchen und in deren geschützter Umgebung genehmigen. Die Verhandlungen erstrecken sich über ein weiteres Jahr. Der Kompromiss, der zur Genehmigung führt, besteht in einer Beschichtung der Glasmodule, die farblich an die Dachziegel erinnert, allerdings die Leistung reduziert. 

Hoffnung auf Folgeprojekte

Im September 2026 ist es geschafft! Die Module liegen und produzieren Sonnenstrom. Die Beteiligten sind sehr zufrieden: Seitdem die Anlage in Betrieb genommen wurde, hat sie 2,93 Megawattstunden (MWh) erzeugt. Davon hat das Haus 2,52 MWh direkt verbraucht und 0,40 MWh über den Speicher. Weitere 0,55 MWh wurden aus dem Netz bezogen. Damit ist das Haus der Kirche zu 84 Prozent autark von externer Stromversorgung gewesen.

Propst Matthias Krüger sagt: „Ich freue mich, dass wir diesen sichtbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Verwaltungsleiter Hagen von Massenbach ergänzt: „Außerdem sind wir auf diese Weise in Zukunft weniger abhängig von Energielieferungen Dritter.“ Klimaschutzmanagerin Frau Dr. Hermann erklärt: „Wir werden die Erfahrungen, die wir in diesem Projekt gesammelt haben, gern teilen und damit hoffentlich Folgeprojekten in der Rendsburger Altstadt und in der Nordkirche den Weg ebnen.“

Kirche im Norden