Fockbek – Es ist ein besonderer Moment für die Kirchengemeinde Fockbek: Nach dem Richtspruch durch Zimmerermeister Lasse Elwardt füllt sich das neue Kirchenschiff der Pauluskirche erstmals. Zwar ist es nur ein Rohbau, die Gäste sitzen auf Klappstühlen und Bierbänken und der Altarraum sowie die Orgel im Altbau sind sicher geschützt hinter der schwarzen Wetterwand. Aber als Pastorin Eva Katharina Ente nach dem ersten Lied des Pauluschores die kleine Bühne betritt, ist nicht nur ihr die Erleichterung anzumerken.
Alle Verantwortlichen freuen sich sichtlich darüber, dass es endlich so weit ist, dass Richtfest gefeiert werden kann. Die neue Pauluskirche in Fockbek nimmt Gestalt an, der Dachstuhl ist gerichtet, der Rohbau steht, die Besucherinnen und Besucher können sich ein erstes Bild von Kirche und Gemeindezentrum machen. Ende 2027 soll sie feierlich eröffnet werden. Bis dahin ist noch viel zu tun, aber erstmal ist Zeit für Dankbarkeit. Dankbarkeit für die Handwerker, die den Bau bis hierhin gebracht haben. Dankbarkeit vor allem für den Spender Harald Striewski, der nicht vor Ort sein kann, aber durch seine Spende hat er es möglich gemacht, dass die Kirchengemeinde neu bauen und dass jetzt im Rohbau die erste Andacht gefeiert werden kann.
Eva Katharina Ente erinnert an den langen Weg, den die Gemeinde bis hierher bewältigen musste. Von der ersten Vision 2019. Bereits damals sei über die Höhe, Weite und die besondere Verbindung zum Himmel gesprochen worden. Dies sei durch die Glasfenster in der Decke jetzt realisiert worden, sagt sie und alle Augen richten sich nach oben. Die Spitze des Daches der neuen Kirche besteht aus Glas und macht den Blick auf den Himmel frei. Erdacht hat diese Konstruktion Ulrich Königs zusammen mit seiner Partnerin Ilse Königs aus Köln. Das Architektenpaar gewann 2020 den Architektenwettbewerb. Es sei ein besonderer Bau, der sich zum einen an dem Altbau orientiert, durch die Holzkonstruktion des Hallenbaus dann aber einen „Wow-Effekt“ biete, wenn man das Kirchenschiff betrete, sagt Ulrich Königs. Das gemeinsame Foyer diene als Scharnier und Eingang für Kirchenbau und Gemeinderäume.
Propst Pistol: Neubau einer Kirche etwas Besonderes
Der Bau selbst begann nach vielen Gesprächen, Planungen und weiteren Vorbereitungen mit dem Spatenstich im Herbst 2024. Aber es folgten weitere Verzögerungen. Der Baustart ein Jahr später wurde gleich wieder durch Schnee, Eis und Kälte ausgebremst. Eva Katharina Ente: „Wir haben hierzulande selten richtig Winter, aber wenn wir bauen, dann schon.“ Ab März 2026 ging es dann aber richtig los und alles blieb im Zeitplan, so dass nun endlich Richtfest gefeiert werden kann. Die Pastorin dankt allen Beteiligten, natürlich Harald Striewski aber auch Oliver Sievers, der als stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeinderats immer wieder zur Stelle ist, wenn es etwas am Bau zu regeln gibt. Sie dankt den Handwerkern, dem Planungsbüro, dem Kirchenkreis und ganz besonders ihrem Kirchengemeinderat.
Propst Dennis Pistol schließt sich in seinem geistlichen Impuls dem Dank ausdrücklich an. Er habe großen Respekt vor dem Kirchengemeinderat und besonders auch vor der Arbeit, die Pastorin Eva Katharina Ente übernommen hat. Denn neben dem Bauprojekt gehe schließlich das ganz normale Leben in der Kirchengemeinde weiter. Er betont zugleich, wie besonders in diesen Zeiten der Neubau einer Kirche ist und welche Bedeutung ihm zukommt: „Wir brauchen in unseren Dörfern und Städten unbedingt solche Orte. Orte des Trostes, der Geborgenheit und der Gemeinschaft. Orte, an denen ich erfahre, wie ich von Gott angesehen bin.“
Für den Architekten Ingmar von Hanneken, dessen Büro den Bau leitet, ist der Neubau ein „Zeichen von Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft“. Er sei nur möglich durch das Engagement der vielen Handwerker. Von Hanneken ermutigt die Anwesenden, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern. Für Fockbeks Bürgermeisterin ist die Kirche ein Geschenk, das weit über den Tag hinausweist. Pierre Gilgenast, der Vorstandsvorsitzende der Harald-Striewski-Stiftung, überbringt am Ende der Andacht die Grüße von Striewski selbst. Die Spende des Wohnwagen-Bauers sei ein Zeichen der Dankbarkeit. Er wolle den Menschen etwas zurückgeben. Gilgenast kündigt an, dass Striewski bei der Einweihung dabei sein wolle. Dann steht erneut ein großer Tag der Dankbarkeit an.

























