Schacht-Audorf – Auf seinem beruflichen Weg eröffneten sich Andreas Bösche mehrfach neue Perspektiven: Er hat Osteuropäische Geschichte studiert und promoviert. Dabei verbrachte er auch Zeit im heutigen Serbien, das christlich-orthodox geprägt ist. Dort forschte er zu einem geistlichen Oberhaupt, das heißt Metropoliten, aus dem 18./19. Jahrhundert und lernte eine spirituelle Praxis kennen, die ihn sehr beeindruckt hat. „Ich habe Lust bekommen, noch Theologie zu studieren.“
Im Anschluss an das Studium arbeitete er bei einer Stiftung, für die er politische und kulturelle Bildungsveranstaltungen entwickelte. Nach seinem Vikariat hat der gebürtige Hildesheimer ab 2022 eine Pfarrstelle in einer Gemeinde in Mainz übernommen. Seine Frau leitete die Mainzer Kunsthalle. Ab September übernimmt sie nun die Leitung der Kieler Kunsthalle. „Mir gefällt an meinem neuen beruflichen Ort die Kombination: Schacht-Audorf ist städtisch nach Rendsburg ausgerichtet, aber auch ländlich geprägt.“ Ihm ist es wichtig, dass die Kirchengemeinde „im Ort vorkommt“. „Ich freue mich zum Beispiel sehr über die Beteiligung an der feierlichen Übergabe des neuen Feuerwehrfahrzeugs.“
Auf die Frage, wie er sich selbst charakterisieren würde, antwortet er: „Ich kann zuhören; mir ist ein Umgang auf Augenhöhe wichtig, ich gehe Fragen auf den Grund, bin lernfähig und habe Humor.“ Mit seinem neunjährigen Sohn und seiner dreijährigen Tochter kann der Vater aus unterschiedlichen Anlässen ausgelassen lachen. „Kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt mir sehr am Herzen“, betont er. In Mainz hat der Theologe auch Religionsunterricht an einer Grundschule gegeben. Eine Kita hat er innerhalb seiner gemeindlichen Tätigkeiten noch nicht begleitet; umso mehr freue er sich auf diese Aufgabe. Aufgewachsen ist der heute 48-Jährige in einem Pfarrhaus – seine Mutter ist Pastorin und inzwischen im Ruhestand.
Als Kind hat er angefangen, Blockflöte zu spielen und „dann einfach nicht mehr aufgehört“. Später spielte er auch in einer Folk-Band. „Musik eröffnet mir immer wieder einen unbefangenen Zugang zum Glauben“, sagt Bösche. Zunächst möchte der Pastor ausloten, was die Gemeinde, die ab nächstem Jahr mit der Gemeinde Bovenau fusioniert, prägt und was sie braucht. Da ihm die Beschäftigung mit Bibeltexten sehr wichtig ist, schwebt ihm auch eine Bibelgruppe vor. Aus den Geschichten des Alten und Neuen Testaments zieht er „Anregung, Kraft und Orientierung“. „Ich habe ein Grundvertrauen, das mich auch bei Veränderungen trägt“, meint er.
In sein Amt eingeführt wird Dr. Andreas Bösche in einem öffentlichen Gottesdienst am Sonntag, 30. August, um 18 Uhr in der Kirche Schacht-Audorf (Dorfstraße 12) mit anschließendem Imbiss.




















