Eckernförde – Jetzt kann es losgehen für Dennis Pistol. Seit dem 1. April ist der 42-Jährige Propst des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde für die Propstei Eckernförde. Damit ist er für 14 Gemeinden in vier Regionen sowie die Dienste und Werke des Kirchenkreises zuständig. Am Sonntag, 26. April, wird Dennis Pistol um 15 Uhr in der Kirche St. Nicolai Eckernförde von Bischöfin Nora Steen offiziell in sein Amt eingeführt. Die Arbeit hat bereits begonnen. Dabei verspürt er weiterhin den Rückenwind, der ihm die fast einmütige Wahl auf der Synode im Februar gegeben hat. „Ich nehme Freude darüber wahr, dass ich da bin, und viel Vertrauen mir gegenüber“, sagt er nach den ersten Tagen im Kirchenkreis und den ersten Terminen.
Er selbst freut sich ebenfalls auf die vielfältigen Aufgaben zwischen Schwansen, dem Dänischen Wohld, den Hüttener Bergen und der Region Hohn-Hamdorf-Fockbek am Nord-Ostsee-Kanal sowie im ganzen Kirchenkreis. Er weiß aber auch um die großen Herausforderungen, die auf ihn sowie auf die ganze evangelische Kirche warten. Dabei sieht er sich am richtigen Ort. „Ich hatte Lust, auf einer Stelle zu arbeiten, die einerseits durch die Leitungstätigkeit Einfluss nehmen kann auf das Leben vor Ort und andererseits überregionale Dinge in den Blick nimmt“, sagt er. Er selbst kennt beide Seiten, war er doch nach zehn Jahren als Gemeindepastor in Heide und zuletzt drei Jahre Referent in der Bischofskanzlei Schleswig.
Wenn er auf seine künftigen Aufgaben schaut, dann ist ihm die Begleitung der Pastorinnen und Pastoren, aber auch der Mitarbeitenden in den Gemeinden und im Kirchenkreis besonders wichtig. „Es ist schwieriger geworden, die Pfarrstellen zu besetzen“, sagt er. Er wolle die Kirchengemeinden begleiten, damit eine gute Stellenbesetzung gelinge. Bei den Mitarbeitenden, die bereits im Kirchenkreis arbeiten, gehe es darum, ihnen eine möglichst gute Entwicklung zu ermöglichen. Dabei sei es ihm klar, dass sich die Rahmenbedingungen für die evangelische Kirche grundsätzlich ändern. Neben dem Fachkräftemangel geht es darum, mit weniger Finanzmitteln umzugehen. „Ich will dazu beitragen, dass das kirchliche Leben vor Ort und in den Regionen weiter viel Gutes bewirkt“, sagt er.
Der christliche Glaube sei dabei für ihn Halt und Ausgangspunkt seines Handelns. „Es geht doch letztlich um die Frage, was trägt mich in diesem Leben?“, sagt Dennis Pistol. „Mir ist dabei wichtig: Jeder Mensch ist in diesem Leben von Gott gesehen und gewollt – ich muss nicht allein auf mich setzen.“ Mit dieser Botschaft und dem, was sich daraus ableitet, soll sich die Kirche seiner Ansicht nach in die Gesellschaft einbringen. Der Glaube sei nicht nur für jeden persönlich wichtig, sondern auch für das Gemeinwesen, sagt er.
Dabei werde mittlerweile in den Familien der Glaube weniger selbstverständlich weitergegeben. Deswegen liegt Dennis Pistol die Kinder- und Jugendarbeit am Herzen. Das liegt auch daran, weil der gebürtige Henstedt-Ulzburger selbst in seiner Schulzeit über die Jugendarbeit näher an die Kirche herangerückt ist, sich dort ausprobieren und seine Talente entdecken konnte. „Wir sollten als Kirche Orte sein, wo die jungen Menschen den christlichen Glauben kennenlernen und entdecken, was er für sie bedeutet“, sagt er. Dass es im Kirchenkreis bereits viele Angebote für Kinder und Jugendliche gibt, oft auch über Gemeindegrenzen hinaus, hat er bereits erfahren dürfen. Und passend zu seinem Fokus auf die Jugend sind beim bevorstehenden Einführungsgottesdienst auch viele junge Menschen beteiligt.
Wenn er an den Gottesdienst denkt, ist Vorfreude das vorherrschende Gefühl, sagt er. Passenderweise trägt der Sonntag im Kirchenjahr den Namen Jubilate (übersetzt: „Jubelt!“). „Ich hoffe, dass der Gottesdienst ein Anstoß ist, mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen“, sagt Dennis Pistol. Denn das ist ihm in den ersten Wochen und Monaten im Amt das Wichtigste: Die Menschen im Kirchenkreis kennenlernen und ins Gespräch kommen. Das heißt für ihn auch: „Ich werde viel unterwegs sein.“ Auch das sagt Dennis Pistol mit einem Lächeln auf den Lippen. Er freut sich drauf.




















