Rendsburg - Die Rendsburger Praxis ohne Grenzen schließt Lücken: Ein 14-köpfiges Team aus ehrenamtlichen Ärzten und Mitarbeitenden versorgt Kranke ohne Krankenversicherung. Träger ist das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Der Bedarf steigt: Im letzten Jahr waren es nach Angaben des ehrenamtlichen Praxisleiters Dr. Achim Diestelkamp 50 neue Patienten und Patientinnen, während die Zahl in den Vorjahren recht konstant bei etwa 35 lag. In der Kartei sind rund 500 Menschen verzeichnet, die bei Bedarf in die Sprechstunde kommen.
Das Helfen liegt in der DNA
„Manchmal geraten Menschen durch psychische und soziale Probleme in Situationen, in denen sie versäumen oder nicht in der Lage sind, Krankenkassenbeiträge zu zahlen“, nennt Diestelkamp Gründe für die Notlage. Was oft nicht bekannt ist: Selbst, wenn die Versichertenkarte abgegeben werden muss, besteht in vielen Fällen dennoch ein Versicherungsanspruch für akute und schwere Erkrankungen. Das Team klärt auf oder unterstützt gegebenenfalls die Behandelten dabei, wieder in einer Krankenkasse aufgenommen zu werden. Hin und wieder macht Diestelkamp auch Hausbesuche. Auf die Frage, warum er sich im Ruhestand nicht einfach zurücklehne, antwortet der 78-Jährige: „Anscheinend liegt mir das Helfen in der DNA.“ Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Doris Neumann erklärt: „Diese Arbeit ist erfüllend: Ich gebe den Erkrankten Zeit, von sich und ihrem Schicksal zu erzählen und merke, dass ihnen das guttut.“
Inner Wheel Club organisiert Kinoabende
Reinhild Kasch, Präsidentin des Inner Wheel Clubs Rendsburg, ist überzeugt: „Diese ehrenamtliche Arbeit ist sehr wertvoll.“ Die Frauen-Organisation, die momentan 35 Mitglieder zählt, hat sich ehrenamtliches Engagement und Netzwerkarbeit auf die Fahnen geschrieben. Sie organisiert seit vielen Jahren Benefiz-Kinoabende für wechselnde Spendenziele. Der Chef des Schauburg-Filmtheaters, Hans von Fehrn-Stender, stellte auch am 2. Februar dieses Jahres wieder Saal, Film und Service kostenlos zur Verfügung. „Jede von uns hat etwa vier Karten gekauft und verschenkt, sodass wir 165 Gäste hatten“, berichtet Clubmitglied Sabine Borchers. Der Club bereitete außerdem Fingerfood zu und sammelte an dem Abend weitere Spenden. Diestelkamp freut sich über die Zuwendung: „Das Geld werden wir für Medikamente, Krankenhausbehandlungen und Facharztuntersuchungen verwenden“, erläutert der Arzt.
Die Praxis ohne Grenzen in der Moltkestraße 1 ist mittwochs von 16 bis 17 und donnerstags von 10 bis 11 Uhr geöffnet. Weitere Praxen ohne Grenzen gibt es in Norddeutschland außerdem in Flensburg, Husum, Preetz, Neumünster, Bad Segeberg, Stockelsdorf und Hamburg. Eine neue Praxis wird gerade mit Hilfe der Rendsburger Praxis in Norderstedt aufgebaut.




















