Es kommt nicht alle Tage vor, dass sich in der St.-Nicolai-Kirche Eckernförde ein Kandidat für das pröpstliche Amt vorstellt. Entsprechend gespannt erwarten die Besucher und Besucherinnen des Gottesdienstes am 18. Januar die Predigt von Pastor Dennis Pistol, theologischer Referent in der Kanzlei der Bischöfin im Sprengel Schleswig und Holstein.
In seiner Predigt über den Propheten Jeremia und die „große Dürre“ sagt der Pastor, dass durch das Gebet eine „neue Nähe und Bindung zu Gott, eine andere Hoffnung und ein anderer Blick auf Handlungsmöglichkeiten“ entstehen könne: „Ich wünsche mir Kirche als ein Gewächshaus, einen Ort, an dem Menschen innerlich wachsen, mitten in Rissen und Trockenheit.“
Nach dem festlichen Gottesdienst haben die Gäste Gelegenheit, Fragen an den Kandidaten zu stellen. „Wie wollen Sie das ehrenamtliche Engagement stärken?“, will ein Besucher wissen. „Ich bin gegen vorschnelle Modellvorschläge“, antwortet Pistol. „Mir ist es wichtig, konkret auf die Gemeinde zu schauen.“ Er berichtet von dem vielfältigen Vorgehen in der Gemeinde in Heide, in der er zehn Jahre lang Pastor war. Angesichts des zunehmenden Mangels an Hauptamtlichen stellt Pistol fest: „Die Bedeutung des Ehrenamtes wird wachsen.“
Während der Fragerunde wird deutlich, dass der Kandidat offen für Ökumene sowie neue Gottesdienstformen ist und dass sein Herz für die Jugendarbeit schlägt, die ihn selbst – so erzählt er – geprägt habe. Auch zum Thema Rechtspopulismus und Asylpolitik äußert sich Pistol: „Wir brauchen eine Kirche, die sich in dieser Zeit öffentlich zu Wort meldet. Nicht um parteipolitisch aufzutreten, aber um die eigenen Positionen aus dem Evangelium heraus klar zu benennen und zu sagen, was dazu im Widerspruch steht.“




















