Hanerau-Hademarschen. Erst ist die Kirche St. Severin in Hademarschen ausgebrannt, dann bröckelt die Mauer des neu aufgebauten Gebäudes. Nach langem Rechtsstreit erhält die Gemeinde rund zwei Millionen Euro von der Versicherung der Verantwortlichen. Nun beginnen die Vorarbeiten für die umfangreiche Sanierung.
Die Aufträge für die fälligen Arbeiten sind vergeben und die Baustelle ist eingezäunt. Das Gebäude wurde außen und innen mit einem 3D-Scanner zwei Tage lang digital vermessen, um die Daten präzise zu dokumentieren. Dies ist eine Auflage des Denkmalschutzes. „Die Kirche ist von der Konzeption her wunderschön“, urteilt Lars Sörensen von der Berliner Scan3D Dienstleistungsgesellschaft mbH fest. Er hofft, dass durch die Sanierung ein Gebäude entsteht, das ebenfalls sehr ansprechend wirkt.
Spendenaktionen geplant
Der denkmalgeschützte Fußboden soll nach Angaben von Pastorin Diana Krückmann erhalten bleiben. Das gilt auch für den Chor, also den Altarbereich mit seiner Apsis, das heißt dem halbkreisförmigen Abschluss der Kirche. „Die Mauern in diesem Bereich sind weitgehend intakt, weil dort der Schaden beim Brand am geringsten war“, erklärt die Pastorin.
Auch das Dach bleibt bestehen. Aufgebaut werden soll ein Schwerlast-Gerüst – eine Konstruktion, die das komplette Kirchendach trägt. So kann im Inneren und an den Mauern gearbeitet werden, ohne dass die Statik des Gebäudes gefährdet ist. Die Mauern werden nicht mehr aus den alten Feldsteinen, sondern aus anderen Steinen errichtet. „Denn die Steine einzeln herauszulösen und vom Mörtel zu befreien würde das Budget bei Weitem sprengen“, erklärt Krückmann. Da das Geld ohnehin kaum reichen werde, seien mit Hilfe des Kirchbauvereins Spendenaktionen geplant.
St. Severin wirkt fast wie ein Theater
Für die Pastorin ist das Kirchenprojekt trotz jahrelanger Belastungen eine Herzensangelegenheit. Was sie unter anderem am Gebäude mag: „Der Raumzuschnitt ist ganz besonders. Die Kirche wirkt fast wie ein Theater, weil der Boden zum Altar hin abschüssig ist – das erleichtert die Sicht und Teilnahme.“
Vorgesehen ist, dass die Bauarbeiten etwa ein Jahr dauern werden. So lange wird die Gemeinde ihre Gottesdienste im Gemeindehaus abhalten. Familiengottesdienste sollen nach Ostern in der Filialkirche in Gokels gefeiert werden. Für den 28. Juni, 10 Uhr, ist ein besonderer Gottesdienst geplant, nämlich ein Baustellengottesdienst mit Propst Matthias Krüger.





















