Kosel – Sie ist hell, freundlich und riecht noch etwas nach Farbe: Die St. Laurentius Kirche in Kosel erstrahlt nach der Renovierung im neuen Glanz. Denn im dritten Bauabschnitt der grundlegenden Kirchensanierung war der Innenraum an der Reihe. Nun gibt es unter anderem ein neues Beleuchtungskonzept, bei dem sich die Lichter per Funk ansteuern lassen und auf verschiedene Weise für Helligkeit sorgen. Es wurde viel gestrichen und die Orgel grundgereinigt. Ein neues Beschallungssystem soll das Hörerlebnis auch für Hörgeräteträger deutlich verbessern. Dazu wird in Kürze noch ein Be- und Entlüftungssystem eingebaut, damit das Klima der Kirche konstant bleibt und der Schimmel nicht wieder Einzug erhält. Am kommenden Sonntag, 29. März, um 15 Uhr feiert die Kirchengemeinde die Wiedereröffnung der Kirche.
Die Besucherinnen und Besucher werden drei besonders sichtbare Veränderungen bemerken: Die Außentür in den Altarraum ist als barrierefreier Zugang konzipiert. Zudem ist die Kanzel versetzt worden, sodass sie nicht mehr den Blick in den Altarraum versperrt, und der Taufstein befindet sich jetzt im Kirchenschiff. „Er war im Altarraum oft im Weg“, sagt Pastorin Susanna Kschamer. Da die Koseler Kirche noch mehr als bisher eine Kulturkirche sein soll, müssen Bands, Chöre und andere Nutzerinnen und Nutzer sich künftig nicht mehr um den Taufstein herum aufstellen. Und die Pastorin kann künftig Taufen so feiern, dass die gesamte Gemeinde den Täufling und die Tauffamilie sehen kann.
Der dritte Bauabschnitt ist der Abschluss einer Gesamtrenovierung der Koseler Kirche. Zunächst wurden zwischen 2020 und 2022 der Turm, das Langhaus und das Dach ertüchtigt. „Das ging relativ schnell“, sagt Dorothee Gräfin zu Knyphausen, die als Mitglied des Koseler Kirchengemeinderats die Sanierung von Anfang an begleitet hat. Einfach sei es nicht gewesen. Aufgrund von Corona und weiteren Krisen wie dem Ukraine-Krieg waren die Unsicherheit und die Sorge vor steigenden Kosten groß.
Kirche als Treffpunkt für Kultur und Begegnung
Durch die gute Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde sowie durch die Förderungen unter anderem durch die Aktiv Region Schlei Ostsee und den Fonds für Barrierefreiheit des Landes Schleswig-Holstein konnte die Kirche nun auch von innen für die Zukunft ertüchtigt werden. „Auch der Kirchenkreis und der Förderverein der Kirchengemeinde haben uns über die gesamte Bauzeit sehr unterstützt“, sagt Dorothee Gräfin zu Knyphausen. Die gesamte Sanierung habe rund 1,14 Millionen Euro gekostet und sei dabei unter dem zu Beginn angesetzten Budget geblieben. Der dritte Bauabschnitt schlug dabei mit 290.000 Euro zu Buche.
Ein wichtiger Aspekt des dritten Bauabschnitts war die Reinigung der Orgel durch die Kieler Firma Paschen. Das Instrument sei verschimmelt und verstaubt gewesen, einiges war schon nicht mehr funktionstüchtig, sagt Gräfin zu Knyphausen. Jetzt klinge die Orgel wieder richtig schön. Für die Förderung der Baumaßnahmen war der Fokus auf die künftige Nutzung als Kulturkirche von besonderer Bedeutung. „Die Kirche soll ein Treffpunkt für Kultur und Begegnung sein“, sagt Gräfin zu Knyphausen. Und Pastorin Kschamer ergänzt: „Die Kirche ist nicht allein auf Gottesdienste reduziert, die Gemeinde kann sie auf vielfältige Weise nutzen“, sagt Pastorin Kschamer. Gleichzeitig bleibe die Kirche natürlich ein geistlicher Ort, der außerhalb der Gottesdienste und Amtshandlungen tagsüber zur Einkehr und zum Gebet offen ist. Erste Veranstaltungen in der frisch sanierten Kirche sind in Planung, jetzt aber steht erst einmal die feierliche Wiedereröffnung mit einem Gottesdienst an.






















