Aufschrift Frieden braucht mehr, Umriss Taube aus bunten Herzen

Kunstkammer, Kraftort, Kontaktstätte

Die beiden großen Rendsburger Innenstadtkirchen öffnen wieder ihre Türen. Über 10.000 Besucherinnen und Besucher kommen im Jahr.

 

  • Die Kirchensitter vor der St. Marien-Kirche Rendsburg: Jürgen Röhlk, Andreas Bentrup, Heidemarie Röhlk, Gesinde Gehl-Marzinzik, Ursula Vogt, Pastor Rainer Karstens, Silke Lohmeyer, Rotraut Ahlers, Astrid Bantje (v. li.).
  • Ein Kirchgebäude im Sonnenschein als Seitenansicht, davor stehen Bäume noch ohne Laub.
    Die Kirche St. Marien ist bereits geöffnet.
  • Ein Kirchgebäude im Sonnenschein mit Blick auf das Hauptportal, davor stehen Bäume noch ohne Laub.
    Die Christkirche wird am dem 2. Mai geöffnet sein.

Rendsburg – „Tritt ein! –  Die Kirche ist offen.“ – Mit diesen Worten lädt die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rendsburg in der warmen Jahreszeit Touristen und Einheimische in ihre beiden großen Innenstadtkirchen ein. Die St. Marien-Kirche hat schon geöffnet, die Christkirche folgt am 2. Mai. Über 10000 Gäste besuchen pro Jahr nach Angaben des Rendsburger Pastors Rainer Karstens die Kirche in der Altstadt und die am Paradeplatz. „Wir gehen davon aus, dass diese Zahl noch deutlich steigen wird, da das Interesse an der neuen Gläsernen Orgel in der St.-Marien-Kirche sehr groß ist“, erklärt der Pastor.

Ein Team aus rund 20 Ehrenamtlichen pro Kirche arbeitet in verschiedenen Zeitfenstern jeweils zwei bis drei Stunden pro Woche. Um sich auszutauschen und fortzubilden, treffen sich die Beteiligten regelmäßig. Seit vielen Jahren ist Heidemarie Röhlk als „Kirchensitterin“ in der Christkirche tätig. Sie beschreibt das Angebot so: „Offene Kirchen sind Oasen der Ruhe. Die Besucherinnen und Besucher können fernab vom Trubel des Alltags durchatmen, ihren Gedanken nachhängen, beten, Kraft schöpfen und Kunstschätze entdecken.“ Dabei könnten die Gäste, wenn sie möchten, auch ins Gespräch mit den Kirchenhütern und -hüterinnen kommen. 

Rotraut Ahlers erinnert sich an ein besonderes Erlebnis. „Ein Amerikaner war auf Spurensuche nach seinem Ururgroßvater und wir fanden hier das Wappen der Familie, was für den Nachkommen sehr bewegend war.“ Sie schätzt es, dass viele Gäste sie an ihrem Leben teilhaben lassen. „Wir erfahren auch immer wieder Neues.“ Das Wissen über die Kirchen und die Kirchengeschichte haben die Ehrenamtlichen von Experten, aus der Literatur, durch Fortbildungen oder Exkursionen. Die Kirchen bieten auch Führungen für Gruppen an. 

Viele Gäste kämen aus Dänemark, so Andreas Bentrup, Ehrenamtlicher der Christkirche, die aus der Zeit stammt, als das Gebiet dänisch war. Der „Kirchensitter“ liebt sowohl die Atmosphäre der Kirche als auch das Gespräch mit den Gästen. Dabei gehe es hin und wieder um existentielle Fragen, berichtet Rotraut Ahlers: „Eine Frau hat mich einmal gefragt: ‘Gibt es ein Leben nach dem Tod?‘“

Die Fragen seien unterschiedlich, aber die Reaktionen fast immer gleich, so die Ehrenamtliche. „Wir hören immer wieder die Sätze: ‚Wie schön die Kirche ist!‘ und ‚Wunderbar, dass die Kirche geöffnet ist.‘“ Rainer Karstens sagt: „Um der Nachfrage gerecht zu werden und mehr Menschen wertvolle Begegnungen zu ermöglichen, suchen beide Gruppen Verstärkung.“ 

Öffnungszeiten: St. Marien-Kirche (An der Marienkirche 21): Mo-Fr 10-17 Uhr, Sa 10-13 Uhr 

Christkirche (Prinzenstraße 16) ab 2. Mai Mo-Fr 13-17 und Sa 11-13 Uhr

Wer Interesse hat, sich dem Team der Offenen Christkirche anzuschließen, kann sich unter Tel. 04331/88738 melden, für St. Marien unter astrid.bantje[at]kkre.de.

Kirche im Norden