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Naturschutz ganz praktisch

  • Die großen blauen Müllsäcke der Freiwilligen füllten sich schnell.
  • Mehrere Helfer:innen unterstützen die Aktion von Felix Scherer (2. v. l.).

Rendsburg – Täglich ist Felix Scherer mit dem Rad in der Stadt unterwegs und sieht dabei viel Müll herumfliegen – am Straßenrand, im Gebüsch oder auf Blühwiesen. „Das stört mich sehr.“ Der 18-Jährige, der zurzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde absolviert, sammelte deshalb am vergangenen Sonnabend Müll in der Innenstadt. Unterstützt wurde er von zehn weiteren engagierten Freiwilligen und von der AWR Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde, die die Ausrüstung zum Sammeln zur Verfügung stellte und den Abtransport des Unrats übernahm, sowie von ADFC-Mitglied Christian Scherpe, der ein Lastenrad zur Verfügung stellt.

Los ging es am Schlossplatz. Greifer, Säcke und Sammelbereiche waren schnell verteilt und schon startete die Aktion. Denn die Zeit drängte: Schlechtes Wetter war vorhergesagt und im Anschluss an die Sammelaktion musste der Unrat noch zum Recyclinghof der AWR transportiert werden. Helfer Christian Gerber und sein Sohn Lukas wollten eigentlich zum Stadtpark – doch bis dorthin kamen sie nicht: Schon am Schiffbrückenplatz waren sie fast zwei Stunden mit dem Sammeln beschäftigt. Der Boden unter der kreisrunden Sitzbank am Eingang zur Hohen Straße war wie stets übersät mit Zigarettenkippen. „Unnötig“, ärgerte sich Gerber, „ein Mülleimer steht direkt daneben.“ Immerhin erhielten Vater und Sohn für die anstrengende Sammelarbeit lobenden Zuspruch von den Passant:innen und sogar eine süße Belohnung von der Bäckerei Drews.

Zahlreiche achtlos zu Boden geworfene Zigarettenkippen fielen auch der Kirchenkreis-Umweltreferentin Dr. Julia-Maria Hermann am Obereiderhafen unangenehm auf. In ihrem Müllbeutel sammelten sich außerdem Verpackungen von Fast Food, Snacks, To-Go-Getränken und Alkoholflaschen. Sie glaubte an einen Zusammenhang: „Wer auf seine Gesundheit nicht gut achtet, der oder die achtet auch nicht gut auf die Umwelt“, meinte sie. Aber auch die Entsorgungsmöglichkeiten seien nicht optimal. „Hier gibt es ganze Schwärme von Krähen und Möwen, die nur zu gern Essensreste plündern“, sagte sie, „die Müllbehälter müssten besser gegen sie abgesichert werden.“

Alle Freiwilligen waren sich einig, dass es bei dieser einen Aktion nicht bleiben kann. „Es sollte eine zentrale Ausgabestelle für das Müllsammelgerät im Rathaus geben, notfalls mit Pfandsystem, und eine zentrale Sammelstelle für die gefüllten Müllsäcke“, so der praktische Vorschlag eines Teilnehmers. Felix Scherer nahm diese Anregung mit auf. Er war zufrieden mit seiner Aktion unter Corona-Bedingungen und dankte allen Mitstreitern für Ihren tatkräftigen Einsatz: „Es war sehr schön zu sehen, dass sich so viele Leute zusammengefunden haben. Diese Motivation muss mitgenommen werden, um für ein sauberes Rendsburg und eine saubere Umwelt zu sorgen.“

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