Aufschrift Frieden braucht mehr, Umriss Taube aus bunten Herzen

Prävention im Fokus der Synodalen

Kirchenkreissynode befasst sich mit Machstrukturen und Fehlerkultur. Präventionsbeauftragte weist auf die Bedeutung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt hin. Selbstverpflichtungserklärung des Kirchenkreises nun synodal beschlossen.

  • Die Präventionsbeauftragte des Kirchenkreises, Beate Pfeiffer, in einem der Workshops. Ihr Thema: die Fehlerkultur.

Rendsburg-Eckernförde -- Für die Arbeit im Kirchenkreis und den Kirchengemeinden ist eine Kultur der Achtsamkeit entscheidend. Dies gilt für die Präventionsbeauftragte des Kirchenkreises, Beate Pfeiffer, generell, aber insbesondere auch beim Thema sexualisierte Gewalt. Der Kirchenkreis hat ein Schutzkonzept, das derzeit überarbeitet wird. In vielen Regionen und Gemeinden befassen sich Haupt- und Ehrenamtliche ebenfalls mit ihren eigenen Strukturen, um Verhaltensregeln zu erarbeiten und einen geschützten Raum zu schaffen. 

Nun haben sich auch die Synodalen des Kirchenkreises auf ihrer jüngsten Tagung am Sonnabend (21. März) mit Bausteinen eines Schutzkonzeptes befasst. Nach einer ausführlichen Einleitung von Beate Pfeiffer diskutierten sie in Kleingruppen über Machtstrukturen und Fehlerkultur. Schließlich haben die Synodalen noch zwei Selbstverpflichtungserklärungen beschlossen, die laut Beate Pfeiffer wichtige Grundlagen ihrer Arbeit sind. Zum einen ist dies eine allgemeine Selbstverpflichtung des Kirchenkreises und zum anderen um eine Verpflichtungserklärung für Haupt- und Ehrenamtliche in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie ihren Familien.

„Bei der Selbstverpflichtungserklärung geht es um professionelle Nähe und Distanz“, sagte Pfeiffer. Dafür seien neben einer grundlegenden Kultur der Achtsamkeit auch eine stetige Fortbildung nötig. In der Erklärung gehe es um einen respektvollen Umgang miteinander. Außerdem müsse geregelt werden, was passiert, wenn es doch zu Vorfällen sexualisierter Gewalt kommt. Hierfür gebe es im Kirchenkreis etablierte Meldestrukturen und ein Interventionsverfahren. Jede Meldung werde genau angeschaut und nach professionellen Gesichtspunkten bearbeitet. 

In ihrem Vortrag vor den Synodalen wurde Beate Pfeiffer konkret. „Jeder Mensch hat einen Schutzraum um sich herum. Der ist spürbar und ungefähr eine Armlänge lang.“ In diesen Schutzraum dürfe niemand eindringen, er müsse in einer professionellen Kommunikation gewahrt bleiben. Wenn dies nicht gehe, beispielsweise bei der Betreuung von kleinen Kindern, müssten Standards definiert werden. 

Beate Pfeiffer machte auch deutlich, dass viele Grenzverletzungen unbewusst geschähen, weil die jeweiligen Grenzen nicht geklärt seien. Es sei wichtig, dass die Grenzen dann angesprochen und das Verhalten angepasst werden können. „Wir müssen eine Kultur entwickeln, dass wir anfangen, über unser Grenzerleben zu sprechen“, sagte sie. Hierfür sei es erforderlich, Machtstrukturen zu kennen und vernünftig mit Fehlern umzugehen. „Fehlermachen ist erwünscht“, sagte sie. Eine Reflexion von Fehlern verbessere die Qualität der Arbeit. Es gehe dabei nicht um die Suche nach Schuldigen. „Im Arbeitskontext ist ein Fehlverhalten immer mit den Strukturen der Organisation in Verbindung zu sehen“, sagte sie.

In insgesamt fünf Kleingruppen konnten die Synodalen und einige Gäste aus den Kirchengemeinderäten sich dann in einem geschützten Raum über die beiden Themenfelder Machtstrukturen und Fehlerkultur austauschen. Beate Pfeiffer will die Ergebnisse aus den Diskussionen aufbereiten und dann den Synodalen wieder zur Verfügung stellen. 

Kirche im Norden