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Praktische Hilfe für Drillingsfamilie

  • Sie unterstützen die Drillingsfamilie: die Ehrenamtlichen der „wellcome-Initiative“ in Rendsburg Michaela Telemann (l.) und Michaela Behrens (r.). Über die Hilfe freuen sich Mutter Gharam Talab, Sohn Mouyad und Ehemann Khaled Jomma sowie die Drillinge Mohamad, Mohib und Massa (v.l.).

Es sind sechs Hände, die Familie Talab/Jomma zurzeit großen Segen bringen. Sie gehören Michaela Behrens, Michaela Telemann und Leah Hamann. Die drei Frauen arbeiten ehrenamtlich für die „wellcome-Hilfe“ der Evangelischen Familienbildungsstätte Rendsburg-Eckernförde. Denn seit dem 7. April steht das Leben der Rendsburger Familie Talab/Jomma Kopf. An diesem Tag kamen ihre Drillinge Massa, Mohamad und Mohib auf die Welt. „Alles ist anders, aber schön“, sagt Mutter Gharam Talab und lächelt. Ein Geschenk Gottes seien die Kinder für sie. Aber das alles als Familie allein zu schaffen ohne Angehörige in der Nähe, sei eben kaum möglich.

Organisierte Nachbarschaftshilfe

Deshalb wendete sich die 35-Jährige bereits in der Schwangerschaft an Gabriele Lüttmer, Rendsburger Koordinatorin des Angebotes. „wellcome“ bietet praktische Hilfe nach der Geburt. „Ehrenamtliche kommen für ein paar Stunden in der Woche in die Familien und helfen dort, wo sie gebraucht werden“, erklärt Lüttmer. Wie organisierte Nachbarschaftshilfe funktioniere das Projekt. Entstanden ist es 2002 als eine Idee der Evangelischen Familienbildung in Hamburg. Schnell wurde deutlich, dass diese Form der modernen Nachbarschaftshilfe überall in Deutschland gebraucht wird. Um dieses Ziel, möglichst viele Familien im ersten turbulenten Babyjahr mit Hilfe von Ehrenamtlichen zu ermöglichen, gründete die Initiatorin von „wellcome“, Rose Volz-Schmidt, eine gemeinnützige GmbH und begann bundesweit mit dem Aufbau von mehreren Vermittlungsstellen. Inzwischen gibt es die Initiative an rund 230 Orten bundesweit.

Trösten, tragen, mit dem Geschwisterkind spielen

In Rendsburg und Umgebung sind zurzeit rund 20 „wellcome-Engel“ ehrenamtlich tätig. Sie gehen ein bis zwei Mal pro Woche in die Familien und entlasten die Eltern. Sie passen auf das Baby auf, kümmern sich um kleine Geschwisterkinder oder unterstützen beim Einkauf oder Besuch des Kinderarztes. Die Ehrenamtlichen bei Familie Talab/Jomma haben alle Hände voll zu tun. „Trösten, tragen, wickeln, beruhigen“ bringt Michaela Telemann ihren Job auf den Punkt. Und Hunger habe ja auch immer ein Kind. Familie Talab/Jomma ist ihre erste Familie, bei der sie im Einsatz ist. Michaela Behrens bringt schon viel Erfahrung mit. Zwei Drillingsfamilien hat sie bereits unterstützt in ihren 13 Jahren bei „wellcome“. Zusammen mit Leah Hamann kümmern sie sich nach Absprache mit der Familie um die Babys. Zurzeit sind sie viel in den Nachmittags- und Abendstunden da, wenn die Kinder unruhiger werden, der große Bruder Mouyad (12) aus der Schule zurück ist, Vater Khaled Jomma aber noch bei der Arbeit ist. Für beide Seiten, Ehrenamtliche und Familie, ist die Unterstützung wertvoll und bereichernd.

Dringend gesucht: ein größeres Heim

Die Familie wuppe ihren Alltag großartig, findet Michaela Telemann. Aber sie weiß, dass die Eltern zurzeit kaum Ruhe finden, immer ein Baby im Arm haben und die Nächte wenig Schlaf bringen. Da zu unterstützen, für ein wenig Entlastung zu sorgen, darüber freue sie sich. Nun hoffen die drei Ehrenamtlichen, dass die Familie auch Glück bei der Suche nach einem neuen Zuhause hat. Ihre derzeitige Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung platzt mit sechs Personen aus allen Nähten. „Wer der Familie eine Immobilie zur Miete in Rendsburg oder Umgebung anbieten möchte, kann sich gern an mich wenden“, sagt Gabriele Lüttmer. Sie ist zu erreichen unter Telefon 04331/94560-32 (montags 10-12 Uhr) oder per E-Mail rendsburg@wellcome-online.de, Internet www.wellcome-online.de. Unter diesen Kontaktdaten gibt sie auch weitere Auskunft über „wellcome“ für interessierte Familien und Ehrenamtliche. Denn helfende Hände werden immer gesucht.

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