Hohn – Die restaurierte Marcussen-Orgel von 1879 in der Marienkirche in Hohn (Hauptstraße 22) ist ein besonderes Zeugnis historischer Orgelbaukunst. In den kommenden Wochen haben Interessierte gleich mehrfach Gelegenheit, das Instrument näher kennenzulernen und seinen Klang zu erleben.
Am Freitag, 28. August, um 17 Uhr wird zunächst eine Orgelführung angeboten. Eine Anmeldung ist unter Tel. 0176 30319976 möglich.
Im September und Oktober folgen vier Orgelkonzerte mit Kirchenmusikern. Die Konzerte finden jeweils freitags um 17 Uhr statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Am 4. September spielt Steen Wrensted Jensen aus Tondern, am 11. September Prof. Christoph Scheoner aus Hamburg, am 25. September Jorge Sendler aus Eckernförde und am 16. Oktober Hans Uwe Hielscher aus Wiesbaden.
Die Orgel aus dem Jahr 1879 wurde im vergangenen Jahr in wesentlichen Teilen in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Nach der vollständigen Restaurierung der Balgtretanlage wurden einige Register wieder an die ursprüngliche Disposition angepasst. Zudem konnte der sogenannte Generalschweller vollständig wiederhergestellt werden. Dabei handelt es sich um 30 massive Holzbretter, die auf fünf Öffnungen des Orgelgehäuses verteilt sind. Während des Orgelspiels können sie gleichzeitig und stufenlos geöffnet und geschlossen werden. Auf diese Weise lassen sich Lautstärke und Klang der Orgel gezielt verändern. „Dieses ganz besondere Element der Orgel wurde 1975 stillgelegt und kann jetzt wieder zum Einsatz kommen“, erklärt die Hohner Kirchenmusikerin Renate Kobler, die die Restaurierung maßgeblich vorangetrieben hat.
Eine weitere Besonderheit: Die Orgel kann mithilfe von Kalkanten betrieben werden. Dies sind Personen, die den Orgelbalg bedienen, der die Orgel mit Luft versorgt. Im März feierte die Kirchengemeinde Hohn den ersten Gottesdienst seit 70 Jahren, bei dem das Instrument wieder vollständig mit Muskelkraft gespielt wurde.
Renate Kobler empfiehlt, den Besuch eines Orgelkonzerts mit einem Ausflug nach Hohn und in die Umgebung zu verbinden. „Wandern Sie um den Hohner See und beobachten Sie Vögel, erleben Sie die Otter-Fütterung, nehmen Sie die am alten Bahnhof auf einer Wiese stehende Transall in den Blick oder erkunden Sie mit dem Rad den Eider-Treene-Sorge-Radweg“, sagt sie. Auch das Dorfmuseum sei einen Besuch wert.
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