Aufschrift Frieden braucht mehr, Umriss Taube aus bunten Herzen

Wöflinge, Polarfüchse, Wasserdrachen: Pfadfinder Jevenstedt seit 20 Jahren aktiv

Seit 20 Jahren gibt es die Pfadfinder der Kirchengemeinde Jevenstedt und den Kirchennamen „St. Georg“ – Gefeiert wird am 29. August.

  • Felix, Céline und Pastorin Sandra Reimer präsentieren die Naschi-Automaten, die in der Gruppe der Wasserdrachen entstanden sind.
  • Seilziehen: Die Pfadfinder Jevenstedt messen ihre Kräfte
  • Thies (links) und Henry haben die Prüfung für Axt, Säge und Beil bestanden und können nun loslegen.
  • Ursprünglich war die St.-Georg-Kirche zu Jevenstedt ein mittelalterlicher Saalbau, der später durch die beiden Seitenbauten erweitert wurde.

Die 22-jährige Céline ist schon seit 16 Jahren bei den Pfadfindern der Kirchengemeinde Jevenstedt, der drei Jahre ältere Felix ist fast 12 Jahre dabei. Damit sind sie so etwas wie „Urgesteine“ – zumindest bezeichnen sie sich beide so. Zusammen leiten sie inzwischen die Gruppe der „Wasserdrachen“ – diesen Namen haben die Beteiligten selbst ausgesucht. Die meisten, die dazugehören, sind etwa sechs bis 15 Jahre alt. Und dann gibt es da noch die Wölflinge und die Polarfüchse, wobei jede Gruppe rund zehn Teilnehmende hat. 

Immer freitags treffen sich die Gruppen. Zunächst gestalten die Leiter und Leiterinnen eine kurze Andacht, die beispielsweise einen Liedtext aufgreift. In diesem Rahmen wird auch Geburtstagskindern gratuliert. Dann stehen zum Beispiel Bastelarbeiten auf dem Programm. Vor Kurzem hat Felix, der von Beruf Tischler ist, mit der Gruppe aus einem Honigglas und Holzteilen einen „Naschi-Automaten“ gebaut: Kleine Bonbons fallen im Inneren durch eine Öffnung und in eine Schublade, die herausgezogen werden kann. Draußen gibt es Geländespiele. „Ich möchte den Jüngeren das mitgeben, was ich selbst früher erlebt habe“, sagt Céline. „In der Natur sein, singen, Feuer machen, das fand ich sehr erfüllend.“ Felix ergänzt: „Die Gemeinschaft ist super, und es entwickeln sich Freundschaften.“ 

In einem Gebäude auf dem Gelände der Kirchengemeinde lagert das Material: neun kleine und fünf große Zelte, Heringe, Seilspanner, Petroleumlampen, Feldbetten, Feuerschalen, Kocher, Sägen, Hammer, Zangen…Mit acht oder neun Jahren machen die Pfadis ihre Werkzeugprüfung und erhalten ein Abzeichen. Ab zehn Jahren steht die Prüfung für Axt, Säge und Beil an – nützlich für die Lagerfeuer bei den Fahrten. Letztes Jahr ging es nach Schweden, dies Jahr nach Mecklenburg-Vorpommern und nächstes Jahr ist Holland geplant. Von schwimmenden Socken bei Starkregen bis lautes Elchröhren und Spurensuche reichen die Erfahrungen. „Kids sind heute viel weniger draußen als früher“, sagt die 25-jährige Lena, die ebenfalls ehrenamtlich mitarbeitet. „Mir macht es Spaß, ihnen eine andere Welt zu zeigen.“ Ihre „Kollegin“ Sara, 24 Jahre alt, pflichtet ihr bei: „Kinder müssen ansonsten viel stillsitzen.“ 

Den Kindern Raum für Bewegung und Gemeinschaft zu geben, war auch das Anliegen von Pastor Andreas Wackernagel, dem Gründer der Jevenstedter Pfadfinder. Da das Kirchengebäude keinen Namen hatte, verband er dies Anliegen mit der Namensgebung: Der Kirche wurde der Name St. Georg gegeben; der Stamm heißt entsprechend „Pfadfinder St. Georg Jevenstedt“. Er gehört zum Ring evangelischer Gemeindepfadfinder (REGP). Seit 2022 ist Sandra Reimer Pastorin in der Gemeinde und zuständig für die Pfadfinderarbeit. Sie sagt: „Die Pfadis sind eine große Bereicherung. Sie haben eine Rieseneinsatzbereitschaft und sorgen auch füreinander.“ 

Die Zelte für das große Geburtstagsfest sind aufgebaut. Start ist am Samstag, 29. August, um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Kirche (Dorfstraße 24). Dort sind auch zwei Ausstellungen zu sehen: eine über die Pfadfinderarbeit und eine über die Kirche. Außerdem gibt es Musik, Essen und Trinken sowie Spiele für Jung und Alt. Die Pfadfinder und alle, die es werden wollen, übernachten dann im Anschluss – wie es sich für sie gehört – in den Zelten.

Kirche im Norden