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Schreib mal wieder

Aktion Schreib doch mal, wie es dir geht.

Es ist in diesem langen Lockdown seit dem 13.März 2020 gar nicht so einfach, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auch über sehr unterschiedliche Positionen auszutauschen. Mir scheint, auf manche Reizworte springt sofort jemand an. Menschen werden in Kategorien geordnet, die Angst vor Corona oder vor dessen existentiellen finanziellen, kulturellen, sozialen und psychischen Folgen beeinflusst uns Menschen enorm. Gesundheit ist eben mehr, als nur nicht an Corona zu erkranken. Die Erschöpfung wächst. Dazu kommt, dass wir uns kaum mit Menschen treffen, etliche inzwischen an Beziehungsarmut leiden. Natürlich sind viele Menschen über digitale Konferenzen und Telefon in Kontakt, aber wirkliche menschliche Begegnung ersetzt das nicht. Mir macht das Sorge, auch weil ich erlebe, dass in Freundes- und Familienkreisen plötzlich Menschen durch unterschiedliche Positionen zu Corona-Maßnahmen getrennt werden, nicht mehr miteinander reden, geschweige denn einander zuhören.

So kam mir die Idee zu dieser Aktion: Schreib doch mal, wie es dir geht. Etliche haben darauf geantwortet, und ich freue mich, dass eine Auswahl davon sowohl in der Eckernförder Zeitung als auf der Homepage der Tourismuskirche zu lesen ist. Ich wünsche mir, dass wir das einfach lesen, hören, wahrnehmen, stehenlassen können. Damit wir auch miteinander wieder ins Gespräch kommen. Und ich hoffe, dass wir uns im Sommer wieder an der Schäferwagenkirche begegnen können, von Angesicht zu Angesicht. Viel Mut und Kraft, wo immer Sie auch stehen!

Tourismuspastorin

Brigitte Gottuk

Pfarrstelle für Tourismus

Brigitte Gottuk

Grünes Haus Gartenstraße 9
24340 Eckenförde

Mir reicht's!

Das verflixte Virus nun auch noch in mutierter Form -
ich will nicht mehr!
Ich will
meine Spaziergänge in einem Café
mit einem Latte Macchiato beenden,
ich will
ins Kino und Theater gehen,
ich will
an einem liebevoll gedeckten Tisch sitzen
und etwas essen, das mir serviert wird
und das ich mir nicht selber wärmen muss.
Ich will
meine Kinder und Enkel besuchen,
sehen und in die Arme nehmen
und nicht nur telefonieren.
Ich will
Freundinnen treffen, alle auf einmal!
Ich will
Zugfahren und Fliegen überall hin,
wohin ich schon immer reisen wollte.

Corona, mir reicht´s!
Hau ab
und gib mir mein Leben zurück!

Text: Brigitte Harkou / Kiel

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Meine Gedanken

Wir begegnen uns wie Fremde,
man kennt fast nur noch die eigenen Wände.
Ich vermisse die Menschen, die ich kenne,
möchte nicht alle mit Namen benennen.
Es ist eine befremdliche Zeit,
man sitzt zu Haus nur noch zu zweit.
Wir wollen uns freuen auf Morgen,
denn es gibt Menschen, die haben richtige Sorgen.
Corona, dieser hässliche Pickelball,
soll er doch hinauf schweben ins All.
Dort hat er Raum und Platz
Und wir brauchen keinen Ersatz.
Halten wir alle noch etwas durch
Und bleiben gesund,
dann wird die Welt auch bald wieder bunt.

Text von: A.G., Eckernförde

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Was bleibt

Was bleibt, ist gut.
Es reicht
zum Leben, zum Atmen.
Zum Bei-Mir-SEIN.
Ich lasse mich -
nicht einfangen, unterkriegen, verwirren.
Bin hier, bei Dir mit mir.
Was bleibt gibt mir zu  denken.
Frei von Worten, Düften, Sprechblasen,  
Ablenkungen, dem Leben anderer.
Der Wille will gewollt sein.
Mein Wille zum Leben, zum Atmen, zum Inne - Halten.
Er ist da.
Du bist bei mir.
Auch, wenn ich Dich nicht sehe.
Was bleibt,
Ist Vertrauen und Zu - ver - SICHT!
Ich sehe
weit hinaus auf`s Meer.
Da ist alles.
Auch alles in mir.
Freude, Lachen, Stille, Turbulenzen der Gedanken.
Zwiesprache mit meinem Gegenüber.
Wir sind nicht alleine.
Was bleibt ist die Freude auf das, was kommt.
Ein Lächeln, ein Gruß, die langersehnte Umarmung.
Das ist das, was bleibt - und das ist gut!

Text: Magda Franzke, Eckernförde

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Das schwere Leben von Corona

Hi, ich bin‘s das Coronavirus. Ich versetze Leute in Angst und Schrecken und jage sie in die Häuser. Ich werde alle anstecken. Ich bin wie ein unsichtbares Monster. Wenn ich jemanden anstecke; dann werde ich für einen kurzen Moment sichtbar. Die Leute bemerken es erst; wenn sie sich schwach fühlen. Dann rennen sie zum Arzt, damit der ihnen sagt, dass sie infiziert sind. Ich wurde schon oft beschimpft. Keiner will mich hier, sagen sie. Das tut mir oft im Herzen weh.

Als Rache wütete ich so stark, dass es für die Leute immer schlimmer wurde. Die Krankenhäuser waren überfüllt. Es wurden Regeln erstellt, um mich zu hindern weiter Leute anzustecken. Viele hielten sich an die Regeln. Da wurde ich sauer, so richtig sauer, ich drehte voll auf, ich rastete komplett aus. Das war ein Fehler! Immer mehr Leute sahen mich. Sobald sie mich sahen, holten sie Ärzte mit Desinfektionsmitteln und Masken. Desinfektionsmittel, das Einzige, was mir etwas anhaben kann.

Es war an einem netten Sonntagabend ich hatte wieder mehrere tausend Leute angesteckt und war gerade auf dem Weg zu meinem Geheimversteck. Da kamen sie, mit ihren riesigen Flaschen Desinfektionsmittel. Ich rannte - leider immer noch sichtbar, da ich sehr viele Leute angesteckt hatte, - durch viele kleine Gassen. Auf einmal wurde ich am Arm gepackt und in ein Haus gezogen. Dort war es düster. Das Licht ging an und ich sah einen kleinen Jungen, er war vielleicht fünf oder sechs und guckte mich aus seinen kleinen Augen an. Er sprach: „Bitte hör auf damit!“ „Mit was?“ fragte ich und guckte ihn verdutzt an. “Na, mit dem ganzen Anstecken und so.” „Ach so!“ sagte ich. „Bitte,“ setzte er nach, „meine Eltern haben ein kleines Restaurant und sie gehen damit fast pleite, weil du es zu gemacht hast.” Das verstand ich natürlich. Als der Junge am nächsten Morgen aufwachte, konnte er sich an nichts erinnern und auch alles andere war wieder normal.

Text: Piet Cremer, 12 Jahre alt, Kiel

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Corona

.... heißt bei mir Eumel.
.... hat meine kleine Welt noch weiter schrumpfen lassen.
.... hat mir nochmal Wachstum gebracht.
.... zeigt mir wie gut mein Werkzeugkoffer gepackt ist.
.... bringt mich auf das Wesentliche was für mich Leben ausmacht.
.... zeigt mir, auf wen und was ich setzen kann und wo Sand im Getriebe ist.
.... zieht, zerrt und zupft an mir.
.... ist wunderschön da alles intensiver geworden ist.
.... sind Entdeckungsreisen in meine nahe Umgebung.
.... ist Bäume umarmen und mich anlehnen.
.... heißt kreativ sein, singen und tanzen.
Für mich hat diese Zeit alles.
Vor allem auch ganz viel DANKBARKEIT!

Text: Christine Lemmer, vom Niederrhein

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Die kleinen Glücksmomente im Alltag

Habe ich wirklich so lange und so gut geschlafen?

Ich fühle mich erholt und glücklich. Strecke meine Arme nach oben, recke und dehne mich in alle Richtungen.
Lasse das Tageslicht durch die Fenster in die Wohnung. Sonnenstrahlen kitzeln mein Gesicht. Mein Glücksgefühl verlässt mich nicht, Tag du kannst kommen.

Jetzt aber erst einmal Frühstück und dabei überlege ich, wie ich den Tag gestalte.

Ich finde, wir leben in einer sehr schwierigen Zeit, „Corona“ hält uns fest im Griff. Auch bei mir geht das nicht spurlos vorbei; manchmal bringen mich diese Einschränkungen an den Rand der Belastbarkeit.

Aber heute spüre ich, es ist und wird ein guter Tag. Ich nehme ihn an, stelle keine Anforderung, warte was kommen wird.
Ich finde es wunderbar hin und wieder in den Tag zu träumen, ohne große Planung oder Anspruch.

Erwarten wir oft zuviel und haben Geduld und Dankbarkeit ein bisschen verlernt?

Ich bin glücklich, wenn ich Momente der Freude erleben darf.
Heute Morgen waren es schon einige: ein langer guter Nachtschlaf
Frühstück reichhaltig und ohne Zeitdruck
Die Sonne, die in mein Fenster scheint und den Tag hell macht
Zwei Telefonate, die mich froh stimmen
Und mir sagen, du wirst noch gebraucht.

Ich bin gespannt, was mir der Tag noch bringt; werde bei dem guten Wetter einen langen Spaziergang machen – dabei ganz bewusst die Natur erleben, dem Zwitschern der Vögel lauschen – den Himmel in seiner Vielfalt bestaunen.

„Das Leben ist schön“. Diese schwierige Zeit wird vorbei gehen, da bin ich mir sicher, haben wir noch ein wenig Geduld!
Nicht nur das Negative, sondern auch das Schöne sehen.
Wer den Tag mit einem Lächeln beginnt, hat ihn bereits gewonnen.

Text:  Gisela Lassnig, Eckernförde

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Grüßen beim Spaziergang

Ich möchte Ihnen nur mitteilen, dass ich mich immer wieder freue, wie viele junge und auch ältere Menschen freundlich grüßen. Ich bin 81 Jahre alt, gehe viel spazieren und walken. Dabei treffe ich viele Menschen, fast Alle freuen sich, wenn ich kurz auf Abstand stehen bleibe und ein paar Worte austausche, das tut Allen gut! Wir hoffen Alle, dass es irgendwann wieder besser wird, mit dieser Krankheit und wir dann auch noch freundlich miteinander sind! Liebe Grüße, bleiben Sie gesund!

Text: Helga Ballert, Gettorf

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Gedanken einer Mutter

Moin, ich lese die SHZ und denke mir:

Will das jemand wissen? Fragt da jemand wirklich, wie es „mir“ geht?

Ich frage das täglich, die Antworten variieren, mal sind sie ehrlich, mal genervt. Andere verstehen meine Frage nicht. Andere sind nicht erreichbar und wieder andere beschimpfen mich.

Gern versuche ich in Worte zu fassen, wie es mir geht.

Ich zerreiße mich zwischen 33 Stunden Arbeit und Vollzeitkinderbetreuung eines Kindes mit Behinderung. Das eine Kind, dass es im „normalen“ Alltag schwer hat Freunde zu finden oder in Vereinen anerkannt zu werden. Dieses eine Kind was von Therapien und Bewegung profitiert. Diesem Kind werden Therapien gekürzt und Freunde genommen. Natürlich hat dieses Kind den „Luxus“ der Notbetreuung. Jeden Tag stiefelt er mutig – mit Maske – zum Schulbus. Jeden Tag stiefelt er mutig mit Maske in die Schule. Er trägt sie jeden Tag – vorbildlicher als jeder Erwachsene, den ich kenne – mich selbst eingeschlossen. Jeden Tag sieht er nur 1 Kind in der Notbetreuung. Aber er verliert fast nie die gute Laune und seinen Optimismus.

An manchen Nachmittagen fragt mich mein Kurzer: Mama, warum arbeitest du eigentlich? Alle Menschen sind doch zu Hause und haben Zeit für ihre Kinder. Jedes Mal zerspringt mein Herz und ich denke, wie erkläre ich einem Achtjährigen diese verrückte Zeit.

Und dann sage ich: Ich weiß, es sind doofe Zeiten, kein Fußballverein, keine Freunde, kein Spielplatz, kein Bolzplatz, Schule allein. Wir machen das, damit wir gesund bleiben. Ich arbeite, weil ich den Beruf gefunden habe, der mir Spaß macht und den ich gut kann. Ich „muss“ nicht – ich möchte zu größten Teilen meinen Alltag nicht verlieren und das wichtigste… Wir müssen erreichbar sein, für Kinder und für Jugendliche in Not, für Familien in Krisen und für Bürger mit Sorgen in dieser Stadt. Für Wünsche aber auch für den Frust und die Wut.  

Mein Kurzer ist damit zufrieden…
Bin ich es auch? JA! Bin ich! Ich arbeite systemrelevant. Habe daher wenig Geldsorgen und frage mich täglich, wie geht es wohl anderen?

Text: Name der Tourismuspastorin bekannt, Kreis Rd-Eckernförde

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GOTT

GOTT - manchmal bist du ein schwarzes loch
nimmst dinge, die mir lieb und wichtig sind
mein kleines universum
alles wehklagen
alle wut und trauer saugst du mit
in deine gewichtige stille 

GOTT - manchmal bist du ein samtenes dunkel
wenn ich aufgehört habe zu kämpfen
hüllst du mich schützend ein
wie ein samen in der erde
der noch nicht weiß, was aus ihm werden soll
ruhen - kraftschöpfen - vertrauen 

GOTT - manchmal bist du der weite blaue himmel 
lockst mich heraus
neues wachsen zu lassen
in deine Weite hinein
ein neues universum erschaffen

Text: Katrin Heise, Gammelby

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nachbarschaft in Corona-Zeiten

Am Anfang der Corona-Pandemie fand ich die Zeit der Passivität in Ordnung, da ich endlich genug Zeit für mich hatte. Allerdings ist dies schnell in Langeweile und Einsamkeit umgeschlagen. Große Angst hatte ich davor, dass der zwischenmenschliche Kontakt und das Miteinander zum Erliegen kommen wird. Das jeder nur noch an sich selbst denkt und in den Einzelkämpfermodus schaltet. Umso beruhigter war ich, als ich festgestellt habe, dass dies nicht der Fall ist. Ichentdeckte die Hilfsbereitschaft und den Wert einer guten Nachbarschaft auf ganz neue Weise. Einiges habe ich vor der Corona-Pandemie, als selbstverständlich hingenommen. Erst jetzt zu dieser außergewöhnlichen Zeit ist mir klar geworden, dass dem nicht so ist. Wir sind miteinander in Verbindung geblieben und haben uns gegenseitig unterstützt. Es wird telefoniert, Nachrichten geschrieben und manchmal von Garten zu Garten gebrüllt. Zudem treffe ich mich mit manchen meiner Nachbarn regelmäßig zum Zaun-Treffen. Dort haben wir einen großen Zaun, als Spuckschutz zwischen uns stehen. Die Hilfsbereitschaft hat auch während dieser schwierigen Zeit nicht abgenommen, wenn jemand Hilfe braucht erhält er sie. Als eine reifere Dame aus der Nachbarschaft sich ausgesperrt hatte, sind die Nachbarn gleich zur Stelle gewesen – trotz Corona… Gegenstände werden sich weiter ausgeliehen und Tipps für einen schöneren Garten gegeben (mit Abstand und Maske). Ich bin Froh und Stolz in einer Nachbarschaft, wie dieser zu Leben. Dafür bin ich unendlich dankbar.

Text: Denise Mohr, Windeby

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Was mir fehlt

Du fragst: „wie es mir geht?“ in dieser Pandemie, darauf kann ich erstmal schwer antworten. Ich kann aber schreiben, was mir fehlt:

Ich vermisse persönliche Kontakte, Umarmungen und Nähe, gemeinsames Essen und Singen mit Freundinnen, Massagen und Friseurbesuch, Theater-Museums-Konzertbesuche. Einfach: Das ganz normale Leben mit den besonderen, schönen Erlebnissen.

Aber auch was mich bereichert in dieser besonderen Zeit kann ich nennen: Lange, intensive Gespräche am Telefon mit einzelnen Menschen oder in Telefonkonferenzen, Zeit zum Neuentdecken von Möglichkeiten im Internet, wie Skypen, Museumsbesuche in entfernten Gegenden, Musikunterricht für Kinder, Onlinegottesdienste; am Telefon kann ich eine Andacht hören oder mir wird von einer Schauspielerin ein Gedicht wunderschön vorgelesen; auch habe ich einiges wiederentdeckt, wie spazieren gehen, Briefe schreiben, Gedichte lesen oder in den Himmel schauen und nichts tun. Einfach: viele neue Möglichkeiten und Kontakte.

Weißt du jetzt, wie es mir geht?

Text: Name der Tourismuspastorin bekannt, Rendsburg

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Sonnensonntag mit glitzernder Ostsee

Maßnahmen, die einengen
Der Friedhof strahlt Ruhe aus
Graue Wintertage, starke Beschränkungen
Besondere Begegnungen-echter, intensiver
Schule zuhause macht einsam, keine Freude
Die Rose blüht seit Mai, möchte sie trösten?
Verzweifelte Eltern am Rande ihrer Kräfte
Kleine Gesten& Herzensgrüße verteilen
Wie soll es weitergehen?
Endlos scheinende Zahlen, Regeln...
Wie sieht das Leben danach aus?
Ausflüge mit Kindern, Kakao &Keks
Wieder höre& spüre ich Not, Stress, Angst
Kann ich helfen? Schaff ich das?
Auftanken zuhause, Austausch und Nähe
In der Kita ein wenig Normalität bieten
Ein Neugeborenes bringt täglich Glück
Wird Corona auch für ihn noch Thema?
Danke, einen Garten zu haben!
Wozu kann das vielleicht gut sein?
Kinder brauchen ihre Freunde-Traurigkeit!
Einkaufen für die Omas- Dankbarkeit
Weihnachtskaffee mit der Oma
Die Katze kennt Corona nicht-wie gut!
Ein Licht im Stern entzünden am Grab
Auf den Frühling freuen
Täglich mit Kita-Freundin schreiben
Neue Rezepte ausprobieren
Jacke im Hinterhof kaufen-wie anders
Überraschungsgrüße verteilen
Albern sein, lachen über so vieles

Vom Urlaub auf Amrum träumen
Einmal mit dem VW-Bus zum Gardasee?
Gedanken versetzen Berge
Ziele bringen Leichtigkeit ins Jetzt

Weihnachten ohne Gottesdienst
Mein Kind als ewiger Konfirmand ?
Der Pastor versprüht Hoffnung
Findet immer neue Wege
Es wird auch hier Wege geben

Vertrauen wir darauf und passen aufeinander auf, bewundern die kraftvollen Knospen- die ungezähmte Kraft der Natur!

Text: Christine Blaase, Brodersby 

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Corona – Die andere Seite der Medaille

Was haben wir nicht alle geschimpft über Corona, welches plötzlich in unser Leben getreten ist und unsere liebgewonnene Normalität auf den Kopf gestellt hat. Schimpfen ist so leicht. Hat man doch schnell gemerkt, wie und wo uns die Pandemie einschränkt. Soziale Kontakte so gut es geht vermeiden, Schulen geschlossen, kein gemütlicher Shoppingbummel, nicht verreisen, kein Kino, keine Disco, nicht mal mehr ins Restaurant kann man gehen. Ja, das sind sicher alles Gründe sich zu ärgern und frustriert zu sein.

Schwerer fällt es einem im Moment der Entbehrung auch die andere Seite zu sehen. Hat uns diese Pandemie vielleicht auch etwas Gutes gebracht? Ja, ganz bestimmt, und zwar in vielen verschiedenen Bereichen im Innen und im Außen, die wir zu lang missachtet und überhört haben. Die Natur kann endlich mal durchatmen, weil weniger Flugzeuge unterwegs sind und die industrielle Produktion eine Zeit lang runtergefahren wurde. Die Politik wird mit der Nase drauf gestoßen, welche Berufszweige systemrelevant sind und einer größeren Lobby bedürfen. Aber ich sehe die Krise auch als Chance für jeden Einzelnen. Natürlich kann man es schade finden, dass einem die Ausübung eines Großteils seiner Freizeitbeschäftigungen (Kultur, Sport, Urlaub o.ä.) gerade nicht möglich ist.

Andererseits wurde uns dadurch ein sehr hohes, nicht käuflich zu erwerbendes Gut geschenkt: Zeit! Man kann wieder völlig neu darüber nachdenken, was man mit seiner Zeit anstellen möchte. Man hechelt nicht mehr blindlings den Terminen hinterher, sondern kann sich endlich wieder auf das Wesentliche besinnen. Die vielen Einschränkungen haben auch unseren Einfallsreichtum gefördert. In vielen Geschäftsbereichen wurde umgedacht und haben sich neue Möglichkeiten ergeben. Auch vor dem privaten Bereich machte die Kreativität nicht halt. Spieleabende, die normalerweise vis á vis stattgefunden hätten, wurden per Skype durchgeführt und es wurden sicher wieder mehr Telefonate geführt und Briefe geschrieben. Und wenn man sich dann doch mal mit jemanden getroffen hat, war das immer etwas Besonderes. Soziale Kontakte bekommen dadurch eine ganz neue Wertschätzung, weil sie nichts Alltägliches mehr sind.

Yoga und andere Fitnesskurse kann man auch gut im Wohnzimmer vor dem Laptop ausüben – wenn man Zeit und Muße hat und nicht dann, wenn es im Terminkalender steht. Wie herrlich entschleunigend das alles ist. Einatmen, ausatmen. Und was bleibt ist ein großes Gefühl der Dankbarkeit. Dankbarkeit, dass man es schafft auch dem Schlechten etwas Gutes abzugewinnen. Wir schön, dass jede Medaille ZWEI Seiten hat!

Text: Cornelia Cwik, Stuttgart

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