Aufschrift Frieden braucht mehr, Umriss Taube aus bunten Herzen

Kirche, Kita & Co: Gebäude-Check für Klimaschutz

Die Zukunft im Blick: In Workshops beschäftigten sich die Synodalen des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde mit kirchlichen Gebäuden und Klimaschutz. Sie fassten drei Beschlüsse.

  • Dr. Julia-Maria Hermann (links) in ihrem Workshop.
  • Michael Jordan erinnerte an die Ergebnisse der Klimasynode aus dem Jahr 2022.

Rendsburg-Eckernförde. Für die Zukunft der Kirchengemeinden und des Kirchenkreises ist der Blick auf die Gebäude wichtig. Welche werden gebraucht, wie können sie möglichst klimafreundlich unterhalten werden, und wie können Photovoltaikanlagen flächendeckend auf den Dächern installiert werden? Unter anderem mit diesen Fragen befasste sich die Synode des Kirchenkreises auf ihrer Tagung am Sonnabend (21. März). 

Wie groß die Aufgabe ist, zeigen schon die Zahlen: Im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde werden 60 Kirchen und Kapellen, 30 Pastorate, 19 Gemeindehäuser, 16 Kindergärten und 12 Wohnhäuser bzw. Wohnungen genutzt. Viele von ihnen sind in die Jahre gekommen, sanierungsbedürftig und energetisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Aber auch sinkende Mitgliederzahlen, weniger Pfarrstellen und der dringende Wunsch Ehrenamtlicher, mehr inhaltliche und weniger verwalterische Arbeit zu leisten, erfordern ebenfalls einen grundlegenden Fokus auf den Gebäudebestand.

Die Dringlichkeit zu handeln, um Klimaneutralität zu erreichen, unterstrichen in ihren Ausführungen Dr. Julia-Maria Hermann, Klimaschutzbeauftragte des Kirchenkreises, Karl-Heinrich Melzer vom Energiewerk der Nordkirche und Astrid Hake vom Ökumenischen Netzwerk Eine Erde. In Workshops vertieften die Synodalen das Thema. Außerdem fasste die Synode drei Beschlüsse, denen zuvor schon der Klimaausschuss und der Kirchenkreisrat zugestimmt hatten.

Zum einen sollen Gebäudesteckbriefe erstellt werden. Aus ihnen soll hervorgehen, wie das Gebäude aktuell genutzt wird, also beispielsweise wie viele Stunden das Gemeindehaus in der Woche durch Gruppentreffen und andere Aktivitäten belegt ist. Außerdem geht es um den baulichen Zustand und den Finanzbedarf für die Sanierung und Modernisierung. Das Ziel: Spätestens im Jahr 2040 sollen in Bezug auf das Gebäude keine klimaschädlichen Gase mehr anfallen. Außerdem geht es darum, wie die erwarteten Teuerungen von Öl und Gas sich auf die jeweiligen Gebäude auswirken. Schließlich geht es um die Erreichbarkeit des Gebäudes mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad in der Region. 

Der zweite Beschluss: In einem Pilotprojekt soll ein bestimmter Gebäudetyp beispielhaft genauer unter die Lupe genommen werden. Es wird empfohlen, dafür die Pastorate als Beispiel zu wählen. „Sie sind die einzigen Pflichtgebäude der Nordkirche“, erklärte Propst Matthias Krüger. Es geht um die Frage, wie diese Gebäude klimaneutral genutzt werden können. 

Um Photovoltaik geht es beim dritten Beschluss: Es soll geprüft werden, ob sich die Dächer von Kirchen und Kitas im Kirchenkreis für Anlagen eignen, die Sonnenenergie in Strom umwandeln. Dabei wird zum Beispiel geprüft, wie hoch der Stromverbrauch für das Gebäude ist. „Bei Kirchendächern verlaufen die Abstimmungen mit landeskirchlichen Stellen und Denkmalschutzbehörden allerdings oft schwierig“, sagte Dr. Julia-Maria Hermann, Klimaschutzbeauftragte des Kirchenkreises. „Vorhaben werden teils untersagt oder durch gestalterische Auflagen wirtschaftlich unattraktiv. Hier sollte der Kirchenkreis die Kirchengemeinden konsequent unterstützen.“

Matthias Krüger nannte ein Beispiel, warum es wichtig ist, genaue Daten zu den Gebäuden zu erheben: „Wenn es in einer Region vier Gemeindehäuser gibt und nur zwei erhalten bleiben sollen, braucht es eine gute Entscheidungsgrundlage.“ Die Untersuchungen sollen Klimafreundlichkeit in den Blick nehmen, ohne soziale und finanzielle Belange zu vernachlässigen. Die Daten sollen zum einen aus Datenbanken bezogen und zum anderen mit Hilfe der Kirchengemeinden erhoben werden. Die Beschlüsse sehen vor, dass sowohl Personal aus dem Kirchenkreis als auch externe Büros die Aufgaben übernehmen können.

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