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Kirchenkreissynode diskutiert Zwischenstand im Transformationsprozess 

  • Propst Krüger stellt den Transformationsprozess des Kirchenkreises vor.
  • Der Jugendsynodale Pascal Huber spricht über die Jugendarbeit im Kirchenkreis.
  • Kreiskantorin Katja Kanowski spricht über ihren Blick auf die Zukunft der Kirchenmusik.

Büdelsdorf – Geld, Stellen und die Frage nach der Zukunft. Darüber hat die Synode des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde heute (25.9.) diskutiert. Propst Matthias Krüger hat in der Thormannhalle den Synodalen den aktuellen Arbeitsstand im Transformationsprozess vorgestellt. Entscheidungen standen noch nicht an. 

Seit Dezember 2020 arbeitet eine elfköpfige Steuerungsgruppe an Vorschlägen, wie die zukünftige inhaltliche Arbeit im Kirchenkreis aussehen und finanziell abgesichert werden kann. Den Arbeitsauftrag dafür hat die Synode im vergangenen Jahr erteilt. Hintergrund ist die rückläufige Entwicklung von Mitgliedern und Kirchensteuern. Laut der Studie „Kirche im Umbruch – Projektion 2060“ ist damit zu rechnen, dass 2060 nur noch die Hälfte der jetzigen Ressourcen zur Verfügung stehen. Zur Steuerungsgruppe gehören Haupt- und Ehrenamtliche aus verschiedenen Arbeitsbereichen. Den Vorsitz hat Propst Matthias Krüger. 

Die Steuerungsgruppe hat sechs thematische Schwerpunkte identifiziert, die flächendeckend abgesichert werden sollen: Kita-Arbeit, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie Konfirmandinnen und Konfirmanden, Kirchenmusik, Gottesdienst, Diakonische Arbeit und die Gemeinden unterstützende theologische Bildungsarbeit. Zu vier dieser Schwerpunkte hat die Steuerungsgruppe vorläufige Vorschläge erarbeitet, die der Synode vorgestellt, aber noch nicht zum Beschluss vorgelegt wurden.  

Eine Beschlussfassung kann frühestens im Frühjahr 2022 erfolgen, weil die Vorschläge zu den Schwerpunkten erst alle vorliegen und in ihren jeweiligen Auswirkungen auch finanziell untersucht werden müssen. “Die Kompetenz für die Entscheidungen liegt in den Gemeinden und der Region,” sagt Propst Matthias Krüger. Damit vor Ort entschieden werden kann, sollen Mittel bereitgestellt werden. Das ist das Prinzip, das die Steuerungsgruppe des Transformationsprozesses vorschlägt. 

Für die Jugendarbeit gibt es eine bittere Pille zu schlucken, denn die Steuerungsgruppe schlägt unter anderem vor, die Stelle des Jugendpastors nach dem Ablauf der Befristung nicht neu zu besetzen. Das wurde in der anschließenden Diskussion von mehreren Synodalen kritisiert. Allerdings sieht der Vorschlag der Steuerungsgruppe vor, dass der Kirchenkreis im Gegenzug zentrale Verantwortung für eine kirchenkreisweite Jugendkirche übernimmt und künftig dreieinhalb jugenddiakonische Stellen vorhalten soll. In der Jugendkirche soll eine dieser Stellen angesiedelt werden, die popularmusikalisch ausgerichtet sein soll.  

Um die Arbeit in den Kirchengemeinden und Regionen finanziell abzusichern, sollen künftig Mittel in Höhe von sechs Stellen zweckgebunden ausgeschüttet werden. Voraussetzung sind entsprechende Konzepte in den Gemeinden oder Regionen vorliegen. Für die erwünschten Stellen, die mindestens halbe Stellen sein sollen, werden die Gemeinden unter Umständen noch eigene Mittel hinzugeben müssen. Mit der zentralen Finanzierung soll sichergestellt werden, dass in der Fläche Jugendarbeit geleistet werden kann und wird. Der Kirchenkreisjugendausschuss hat sich schriftlich an die Synode gewandt und mitgeteilt, dass er den Wegfall der Pfarrstelle für Jugendarbeit bedauert, aber mit Freude die zukunftsweisende Stärkung der Arbeit mit Heranwachsenden sieht. Insgesamt spricht sich die Vertretung der Jugend für den Beschluss der Steuerungsgruppe aus.  

Mit Blick auf die Pfarrstellen sieht die Steuerungsgruppe keinen Handlungsbedarf in den Gemeinden, der bereits geplante Abbau ist ambitioniert und wird hauptsächlich durch anstehende Ruhestände stattfinden. Neben der Jugendpfarrstelle soll aber auch die Stelle des Eckernförder Propstes nicht wiederbesetzt werden, wenn Stelleninhaber Sönke Funck 2030 in den Ruhestand geht. Das sieht der Vorschlag der Steuerungsgruppe vor.  

Auch für die Kirchenmusik stellte Propst Krüger einen Vorschlag vor. Dieser beinhaltet die Aufstockung des Kirchenkreiskantorates von einer halben A-Stelle auf eine volle A-Stelle. Derzeit ist das Kantorat mit zwei Personen besetzt, die jeweils in einer Kirchengemeinde angestellt werden und mit je einem Viertel vom Kirchenkreis refinanziert wird. Künftig würde je eine halbe Stelle refinanziert. Zusätzlich sollen Mittel in Höhe von vier B-Stellen in die Regionen bzw. Kirchengemeinden gehen, wenn diese ein entsprechendes Konzept vorlegen. Wie diese Mittel verwendet werden sollen, ist vor Ort zu entscheiden, solange es sich um die Finanzierung von kirchenmusikalischen Aufgaben handelt. Auch hier ist das Ziel des Vorschlags die Absicherung eines Mindestmaßes an kirchenmusikalischer Arbeit, die von den Kirchengemeinden und Regionen nach eigenen Möglichkeiten gerne aufgestockt werden kann und soll, solange das dort möglich ist. Sowohl zur Kirchenmusik als auch zur Jugendarbeit gab es einige Redebeiträge aus der Synode, die die Steuerungsgruppe zur Kenntnis nahm und bei den weiteren Beratungen berücksichtigen will.  

Als vierter Punkt, mit dem sich die Steuerungsgruppe bereits beschäftigt hat, soll die evangelische Kita-Arbeit zur Stärkung des evangelischen Profils der Einrichtungen künftig mittels eines Kirchlich-Diakonischen-Profilbeitrages unterstützt werden. Der Fokus liegt auf dem Motto „Mit Gott groß werden!“ als Alleinstellungsmerkmal evangelischer Kindertagesstätten. Dieser Beitrag soll 80 Euro pro genehmigten Platz gemäß Betriebserlaubnis (Stand 01.08. des Vorjahres) betragen. 

In den nächsten Wochen wird die Steuerungsgruppe sich den Schwerpunkten Diakonische Arbeit und theologische Bildungsarbeit widmen. Außerdem schauen sich die Mitglieder die Arbeit der Kirchenkreisverwaltung sowie die Finanzsatzung an und erarbeiten dazu Vorschläge. Am Ende der Arbeit soll ein Gesamtpaket stehen, das der Synode im November 2021 vorgestellt und im März 2022 nach Überarbeitung beschlossen werden sollen.  

 

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