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Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt beschlossen

  • Propst Sönke Funck brachte den Tagesordnungspunkt Schutzkonzept ein.

Rendsburg – Der Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde hat jetzt ein Schutzkonzept zur Prävention und Intervention in Fällen sexualisierter Gewalt. Die Synode hat das vorliegende Konzept einstimmig beschlossen. Es ist in den vergangenen zwei Jahren von einer Facharbeitsgruppe unter der Leitung von Propst Sönke Funck erarbeitet worden. Der Kirchenkreis folgt mit der Verabschiedung des Schutzkonzeptes einer Vorgabe der Nordkirche, die unter anderem die Entwicklung und Einführung eines solchen Konzeptes gefordert hat. „Wir tun dies gerne und mit voller Überzeugung, dass es notwendig ist“, sagte Propst Sönke Funck bei der Einbringung des Schutzkonzeptes. Er dankte allen, die in den letzten Jahren Zeit und Arbeit in dieses Konzept gesteckt haben.

Ziel des Präventionsgesetzes der Nordkirche ist es Kinder und Jugendliche, aber auch Mitarbeitende, Ehrenamtliche und Menschen, die kirchliche Angebote wahrnehmen, vor allen Formen sexueller Grenzüberschreitungen und sexuellen Missbrauchs (sexualisierte Gewalt) zu schützen. Die Präventionsbeauftragte des Kirchenkreises, Denise Kahnt, stellte den Synodalen die einzelnen Bestandteile des Schutzkonzeptes vor. Es enthält unter anderem einen Verhaltenscodex, Anforderungen für Schulungen sowie Überlegungen zu baulichen Gegebenheiten. Außerdem wird das Interventionsverfahren beschrieben, das angewandt wird, wenn Verdachtsfälle bekannt werden. Auch ein Rehabilitationsverfahren wird darin festgeschrieben.

Denise Kahnt illustrierte die Bedeutung des Schutzkonzeptes anhand eines Flucht- und Rettungsplans für den Brandfall. Zwar gebe es immer mehr technisch-präventive Lösungen, die die Brandgefahr minimierten. Aber für den Fall der Fälle gebe es klare und deutlich sichtbare Pläne, was zu tun ist und welche Fluchtwege es gibt. Auch das Schutzkonzept des Kirchenkreises könne Fälle sexualisierter Gewalt nicht verhindern. Aber es könne das Bewusstsein für das Problem schärfen und durch Prävention die Risiken minimieren. „Und im Interventionsfall sind die Schritte auch vorgezeichnet. Das gibt allen Beteiligten Sicherheit und sorgt für die notwendige Handlungsfähigkeit“, sagt sie. 

Auch der Verhaltscodex mit klaren und transparenten Regeln zu Nähe und Distanz oder zu Kommunikation und Hierarchie gibt eine Orientierung für das Verhalten jedes Einzelnen. „Er fördert eine Haltung der Wertschätzung, der Aufrichtigkeit und Transparenz“, sagt Denise Kahnt. Wichtig sind ihr auch die Schulungen, mit denen sie gemeinsam mit anderen den Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen das Thema näherbringen will.

Denn das Thema Prävention steht im Kirchenkreis weiter im Fokus. „Mit der Verabschiedung des Schutzkonzeptes fängt die Arbeit jetzt erst richtig an“, sagt Propst Funck. Nun gehe es an die weitere Umsetzung im Kirchenkreis und seinen Diensten und Werken. Dabei bekommen die Verantwortlichen Unterstützung der Präventionsbeauftragten Denise Kahnt, die auch für die Kirchengemeinden Ansprechpartnerin für die Erstellung jeweils eigener Konzepte ist. „Dafür muss jeweils vor Ort geschaut werden, welche Besonderheiten und Risiken vorhanden sind“, sagt sie. „Der wichtigste Aspekt in der Präventionsarbeit ist es, sich gemeinsam die Gegebenheiten anzuschauen und das Konzept zu leben.“ Die Schutzkonzepterstellung beschreibt einen Prozess – das Konzept müsse sich bewähren und immer wieder fortgeschrieben und an neue Erkenntnisse angepasst werden.

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