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Eine ganz persönliche Beziehung zu Äthiopien

  • Ausgelassene Stimmung im Kinderheim während des Weihnachtsfestes.
  • Ein Schlafsaal für kleine Kinder im Kinderheim.
  • Sie alle haben im Kidane Meheret Kinderheim ein Zuhause gefunden.
  • Pastorin Peggy Kersten (l.) und Silke Bockhold pflegen die Partnerschaft.
  • Den Abschluss geschafft: Mit zwei Heimkindern freut sich Sister Luthgarda (Mitte), Leiterin des Kinderheimes.

Silke Bockhold ist Mitglied im Ausschuss für Ökumene und Partnerschaften des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde und unterstützt seit vielen Jahren das Kidane Meheret Kinderheim in Addis Abeba in Athiopien gemeinsam mit der Pastorin Peggy Kersten, Kirchengemeinde Schwansen.

Im Rahmen der Artikel-Reihe „Ökumene miteinander verbunden“ erzählt Silke Bockhold über die Entstehung des Kontaktes zum Kinderheim in Äthiopien und aktuelle Situation im Land.

 

Mein Name ist Silke Bockhold. Ich lebe mit meinem Mann und unseren zwei Kindern in Waabs, in der Kirchengemeinde Schwansen. In den Jahren 1998 und 2002 hatten wir das große Glück, zwei Kinder aus dem Kidane Meheret Kinderheim in Addis Abeba / Äthiopien adoptieren zu dürfen. Als wir unseren Sohn im Jahr 1998 in Addis Abeba abholen konnten, waren wir schockiert über die Zustände im Heim, die Nöte und Sorgen der Kinder und leitenden Nonnen. Da haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, das Heim zu unterstützen und so ein kleines Stück von unserem Glück zurückgeben zu können. Im Jahr 2002 durften wir unsere Tochter abholen. Seit dem fliegen wir mit unseren Kindern alle 1,5 Jahre dorthin und versuchen, vor Ort Unterstützung zu leisten. Der Kontakt zu den Nonnen dort ist sehr eng. Auch im letzten Jahr wollten wir wieder nach Äthiopien fliegen und in das Heim gehen, aber dann kam die Pandemie... Auch dieses Jahr wird es wieder keine Reise in das Geburtsland unserer Kinder und ins Heim geben. Die Situation in Äthiopien und im Heim ist massiv angespannt. Seitdem Äthiopien einen neuen Regierungspräsidenten hat, flammen immer wieder Unruhen zwischen verschiedenen Stämmen auf. Vor einigen Monaten ist die Situation eskaliert. Militär ist in Tigray einmarschiert und es gab massive Kämpfe und viele Tote. Sämtliche Kommunikationswege wurden in ganz Äthiopien gekappt. Auch die Hauptstadt Addis Abeba war und ist oft noch betroffen. Im Heim ist die Situation kritisch. Corona hat das Heim nun auch erreicht. Bei meinem letzten Telefonat erzählte mir Sister Lutgarda, die Leiterin des Heims, dass sich auch einige ihrer Kinder und Helferinnen mit Covid 19 infiziert haben und es oft nicht möglich ist, sie zu isolieren. Auch in Krankenhäuser können sie oft nicht eingewiesen werden, da die finanziellen Mittel fehlen. Es ist wirklich erschreckend. Wenn man den Berichten glauben kann, infizieren sich in Äthiopien täglich bis zu 3000 Menschen mit Covid. Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass auch für die Schwestern und die Kinder bald eine Impfung möglich ist. Aber auch dort gibt es eine Impfpriorität und der Weg ist lang....  Meine Gebete gehen nach Äthiopien und meine Familie und ich hoffen, im nächsten Jahr wieder dorthin fliegen zu können und alle gesund in die Arme schließen können.

Silke Bockhold

 

 

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Kirche im Norden